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Konflikt mit Washington : Wie weit Irans langer Arm reicht

Irans Präsident Rohani Bild: Reuters

Einen konventionellen Krieg gegen die technologisch hoch überlegenen Amerikaner würde Iran zwar verlieren. Gewinnen würden ihn die Amerikaner deswegen aber nicht unbedingt.

          3 Min.

          John Bolton hat die Hemmschwelle für einen Krieg gegen Iran gesenkt. Der Nationale Sicherheitsberater im Weißen Haus erklärte jüngst, jeder Angriff gegen Interessen der Vereinigten Staaten oder seiner Verbündeten werde „unerbittlich“ erwidert. Neu war, dass er ausdrücklich die Verbündeten nannte. Zwar wolle man keinen Krieg mit Iran, man sei aber „völlig vorbereitet“, auf jeden Angriff zu antworten – seien es Angriffe durch Hilfstruppen Irans, durch die Revolutionswächter oder die regulären iranischen Streitkräfte.

          Die Botschaft ist klar: Die größte Militärmacht der Welt ist bereit, sich auf die asymmetrische Kriegsführung der Islamischen Republik Iran einzulassen. Das bedeutet konkret, amerikanische Truppen würden Iran angreifen, sollten proiranische Milizen in einem Land des Nahen Ostens einem Verbündeten Amerikas Schaden zufügen, etwa Israel oder Saudi-Arabien. Einen konventionellen Krieg gegen die technologisch hoch überlegenen Amerikaner würde Iran zwar verlieren, die Amerikaner würden ihn deswegen aber nicht zwingend gewinnen. Denn die Islamische Republik hat ihre militärischen Möglichkeiten in einem Maße gestreut, dass es eines Flächenbrands bedürfte, um sie auszuschalten.

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