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Konflikt mit Teheran : US-Behörden nehmen Webseiten pro-iranischer Medien vom Netz

  • Aktualisiert am

Irans neuer Präsident Ebrahim Raisi Bild: AFP

Die US-Regierung geht gegen iranische Medien vor. Die Internetauftritte mehrerer Sender sind nicht mehr erreichbar. Die Amerikaner begründen dies mit Sanktionsgesetzen. In Iran ist von einem Angriff auf die Meinungsfreiheit die Rede.

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          Die US-Behörden haben die Websites mehrerer iranischer Staatsmedien und Teheran nahestehender Medien blockiert. In entsprechenden Mitteilungen auf den Seiten wurde am Dienstag auf US-Sanktionsgesetze verwiesen. In den Erklärungen waren die Siegel der US-Bundespolizeibehörde FBI und des US-Handelsministeriums abgebildet. Im Iran waren unter anderem der arabischsprachige Nachrichtensender Al-Alam sowie der englischsprachige Sender Press TV betroffen.

          Die staatliche Rundfunkgesellschaft Islamic Republic of Iran Broadcasting (Irib), zu der die beiden Sender gehören, erklärte, auch die Websites mehrerer palästinensischer Sender und ein arabischsprachiger Religions- und Kulturkanal seien gesperrt.

          Iranische Sender sprechen von Angriff auf die Meinungsfreiheit

          Irib warf der US-Regierung vor, die Meinungsfreiheit zu unterdrücken. Die Regierung in Washington schließe sich mit Israel und Saudi-Arabien zusammen, „um Pro-Widerstands-Medien zu blockieren, die die Verbrechen der US-Verbündeten in der Region aufdecken“. Die Verantwortlichen von Press-TV sprachen auf Twitter von einer „offensichtlich koordinierten Aktion“.

          Auch der Rebellensender Al-Masirah der Huthi-Rebellen im Jemen war blockiert. Der Sender verurteilte auf der Website des politischen Flügels der Huthi den „Akt der Piraterie und die Beschlagnahme von Urheberrechten“ durch die USA, die „ohne Rechtfertigung und ohne Warnung“ erfolgt seien. Al-Masirah hat bereits eine neue Website erstellt, die am Dienstagabend auch erreichbar war.

          Auch mehrere irakische Websites, darunter die der pro-iranischen Hisbollah-Brigaden, waren gesperrt. Die Kämpfer der irakischen Miliz werden vom Iran ausgebildet, finanziert und bewaffnet.

          Der Internetauftritt des bahrainischen Oppositionssenders LuaLua TV war ebenfalls betroffen. Der Sender mit Büros in London und Beirut verurteilte die „illegale Beschlagnahme“ seiner Website. Die bahrainischen Behörden werfen den Verantwortlichen des Senders vor, der iranischen Regierung nahezustehen. Die Fernsehprogramme von Al-Masirah und LuaLua TV wurden auch weiterhin ausgestrahlt, wie AFP-Journalisten im Jemen und in Bahrain berichteten.

          Die US-Regierung hat wegen des iranischen Atomprogramms eine Reihe von Wirtschaftssanktionen gegen das Land verhängt. Der Regierung in Teheran werden zudem Menschenrechtsverletzungen und die Unterstützung von Terroristen vorgeworfen.

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