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Konflikt mit Russland : Ukraine bittet verzweifelt um Waffen

Bild: reuters

Angesichts der jüngsten Vorstöße prorussischer Kämpfer im Osten der Ukraine dringt Kiew vor dem Nato-Gipfel darauf, Amerika und die Europäische Union sollten dem bedrängten Land auch durch Waffenlieferungen helfen.

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          Sowohl Deutschland als auch die Vereinigten Staaten haben sich bisher allerdings klar darauf festgelegt, solche Hilfe auf „nichttödliche“ Güter wie Schutzwesten oder medizinisches Material zu begrenzen. Ein ukrainischer Regierungsvertreter sagte der F.A.Z. nun vor dem Nato-Gipfel in Wales, die Bitte um Waffen sei gegenwärtig neben der um „politische“ Unterstützung durch eine einheitliche Sanktionspolitik Amerikas und der EU gegen Russland das Hauptthema der ukrainischen Diplomatie.

          Konrad Schuller
          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Er werde intern bei jeder Gelegenheit vorgebracht und leider stets abgewiesen. „Nach der Invasion Ende August haben wir unsere Appelle um Waffen verstärkt. Sie sind ein fester Bestandteil aller unserer Bitten“. Dabei gehe es angesichts der neuesten russischen Landgewinne vor allem um Defensivsysteme wie Panzerabwehrwaffen oder gepanzerte Fahrzeuge. „Wir wollen nicht Moskau erobern, wir wollen uns nur verteidigen können“.

          In der ukrainischen Regierung heißt es weiter, Deutschland und andere Länder wiesen solche Anfragen stets mit der Begründung zurück, falls durch Waffen aus dem Westen russische Soldaten getötet würden, könne dies zu einem „Dritten Weltkrieg“ führen. Kiew ist über diese restriktive Haltung vor allem auch deswegen „sehr enttäuscht“, weil der Westen zwar einerseits der Ukraine Hilfe gegen die prorussischen „Terroristen“ im Donbass verweigert, andererseits aber dem Irak, der ebenfalls von bewaffneten Terroristen bedroht wird, durch Waffenlieferungen hilft. Offenbar genössen Terroristen stets dann internationalen Schutz, wenn Russland hinter ihnen stehe.

          „Wichtig Denkhürden zu nehmen“

          Die westlichen Partner der Ukraine verkennen nach Kiewer Einschätzung dabei, dass die „Terroristen“ im Donbass eine tödliche Gefahr für ganz Europa werden könnten. „Wenn die Front im Donbass verloren kann die russische Bedrohung in greifbare Nähe der Nato heranrücken“. Wenn Europa die direkte Konfrontation mit Russland vermeiden wolle, müsse es deshalb rechtzeitig Grenzen setzen.

          In Kiew scheut man sich auch im Hintergrundgespräch allerdings, einzelne Länder im Westen zu nennen, die in der Frage von Waffenlieferungen „besonders defensiv“ denken. Ein Gesprächspartner sagte aber der F.A.Z., es sei wichtig, dass vor allem große Staaten wie Amerika, Deutschland, oder Großbritannien hier eine „Denkhürde“ nähmen. Das würde es anderen erleichtern, zu folgen.

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