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Konflikt mit Russland : Amerika erwägt Ausbildung ukrainischer Soldaten

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Ukrainische Soldaten inspizieren Panzer im Osten der Ukraine. Bild: AP

Die Vereinigten Staaten denken über die Verstärkung ihres militärischen Engagements in der Ukraine nach. Ein amerikanischer General sieht in dem Konflikt mit Russland „ein Potenzial für eine weitere Offensive“.

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          Die Vereinigten Staaten erwägen eine Ausweitung ihres Militär-Ausbildungseinsatzes in der Ukraine. Es werde darüber nachgedacht, neben der Nationalgarde des Innenministeriums künftig auch Soldaten und Spezialeinsatzkräfte zu trainieren, die dem ukrainischen Verteidigungsministerium unterstünden, sagte der Oberkommandierende des amerikanischen Heeres in Europa, Ben Hodges, am Montag in Washington. Eine endgültige Entscheidung sei allerdings noch nicht gefallen, die europäischen Partner der Vereinigten Staaten müssten dem Vorhaben noch zustimmen. Einigkeit innerhalb der Nato sei ihm sehr wichtig, hob der Kommandeur hervor.

          Die ukrainische Armee kämpft bereits seit 15 Monaten gegen die Separatisten im Osten des Landes. Bei dem Konflikt wurden bislang mehr als 6500 Menschen getötet. „Wir sind jetzt wahrscheinlich an einem Punkt, an dem es ein Potenzial für eine weitere Offensive gibt“, sagte Hodges. Nach seiner Ansicht geht es Russland langfristig nicht unbedingt darum, in der Ostukraine die Kontrolle zu übernehmen und einen direkten Zugang auf dem Landweg zur Halbinsel Krim zu schaffen, die Moskau im März vergangenen Jahres annektiert hatte. „Das russische Interesse ist eine brodelnde, zerrissene Ukraine“, sage der Kommandeur. Letztlich gehe es darum einen EU-Beitritt der Ukraine für alle Zeiten zu verhindern.

          Der Westen wirft Russland vor, die Separatisten in der Ostukraine militärisch zu unterstützen. Moskau weist die Anschuldigung zurück. Kanada stärkte der Ukraine derweil offenbar demonstrativ den Rücken. Das Land, in dem mehr als eine Millionen Menschen mit ukrainischen Wurzeln leben, habe mit Kiew ein Freihandelsabkommen geschlossen, berichtete die kanadische Zeitung „Globe and Mail“ am Montag. Details würden am Dienstag beim Besuch des ukrainischen Regierungschefs Arsenij Jazenjuk in Ottawa bekanntgegeben. Die ukrainische Wirtschaft leidet massiv unter dem anhaltenden Konflikt im Osten des Landes.

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