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Konflikt mit Nordkorea : Seemanöver mit USS Ronald Reagan

Der atombetriebene amerikanische Flugzeugträger USS Ronald Reagan am Freitag in Busan Bild: AP

Zum ersten Mal seit fünf Jahren beginnen Amerika und Südkorea ein großes Seemanöver. Es dient der Abschreckung Nordkoreas.

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          Zum ersten Mal seit fünf Jahren und einen Tag nach dem Abschuss einer nordkoreanischen Rakete haben die Vereinigten Staaten und Südkorea in den Gewässern vor dem asiatischen Land ein gemeinsames großes Seemanöver begonnen. Die auf vier Tage angesetzte Übung solle die Entschlossenheit der beiden Verbündeten demonstrieren, auf die koreanische Provokation zu antworten, teilte Südkoreas Marine am Montag mit. Für die Übung im Japanischen Meer, das die Koreaner Ostmeer nennen, werden mehr als 20 Schiffe mobilisiert. Größtes Schiff ist der im japanischen Yokosuka stationierte atombetriebene amerikanische Flugzeugträger USS Ronald Reagan, der schon am Freitag mit seinem Kampfverband im Hafen von Busan eingetroffen war.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Die Wiederaufnahme der großen Seemanöver unterstreicht, wie sehr die neue Regierung des konservativen Präsidenten Yoon Suk-yeol gegen Nordkorea auf militärische Abschreckung setzt. Darin unterscheidet die Regierung sich deutlich von der Vorgängerregierung des Linksliberalen Moo Jae-in, der im vergeblichen Versuch einer Annäherung an Nordkorea im Einklang mit dem früheren amerikanischen Präsidenten Donald Trump die Militärmanöver herabgestuft hatte. Yoon aber kehrt diese Entwicklung um. Schon im August hatten die Verbündeten zum ersten Mal seit Jahren das traditionelle Sommermanöver Ulchi Freedom Shield wieder im großen Rahmen und mit Schießübungen abgehalten. Die jetzigen Seemanöver dienen der Kooperation und Abwehrübungen gegen potentielle Angriffe durch nordkoreanische Schiffe und U-Boote.

          Der Abschuss einer vermutlich ballistischen Kurzstreckenrakete durch Nordkorea am Wochenende gilt als eine Reaktion Pjöngjangs auf das Seemanöver und den Besuch des Flugzeugträgers Ronald Reagan. Südkorea hatte zuvor über Anzeichen eines bevorstehenden Raketenstarts von einem nordkoreanischen Unterseeboot berichtet. Eine weitere Provokation Nordkoreas könnte damit bevorstehen, heißt es in Seoul. Die Rakete am Wochenende war vom Festland gestartet worden.

          Am Donnerstag besucht zudem die amerikanische Vizepräsidentin Kamala Harris Südkorea. Sie weilt derzeit noch in Tokio zur Teilnahme an dem Staatstrauerakt für den verstorbenen früheren Ministerpräsidenten Shinzo Abe. Nordkorea nutzt solche politischen Anlässe gerne, um mit militärischen Aktionen auf sich aufmerksam zu machen. Die sozialistische Diktatur hat nach langer Zurückhaltung in diesem Jahr schon mehr als 30 Raketentests durchgeführt, so viele wie noch nie unter der Herrschaft von Machthaber Kim Jong-un. Seit Wochen warnen die Militärs in Südkorea, Japan und Amerika auch, dass das Regime in Pjöngjang einen siebten Atomwaffentest vorbereite. Es wäre der erste Atomwaffentest des Landes seit 2017. Gesprächsangebote der Vereinigten Staaten und wirtschaftliche Hilfsangebote Südkoreas im Tausch gegen nukleare Abrüstung stoßen dagegen in Nordkorea auf Ablehnung oder Schweigen.

          Der amerikanische Präsident Joe Biden im Mai während eines Truppenbesuchs in Südkorea
          Der amerikanische Präsident Joe Biden im Mai während eines Truppenbesuchs in Südkorea : Bild: Reuters

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