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Bewaffneter Konflikt : Stürzt Abiy Ahmed Äthiopien ins Chaos?

Bewaffnete Milizen am 9. November in Gondar, Äthiopien Bild: AFP

Der äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed verkündet ein baldiges Ende des bewaffneten Konflikts mit der Regionalregierung in Tigray – doch das erscheint sehr ungewiss. Droht eine Destabilisierung ganz Ostafrikas?

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          Abiy Ahmed zeigte sich am Dienstag bestrebt, Zuversicht zu verbreiten nach einer Woche der Kriegsrhetorik in Äthiopien. Das Ende des bewaffneten Konflikts in der Region Tigray sei „in Reichweite“, sagte der Regierungschef des ostafrikanischen Landes. Der Militäreinsatz der nationalen Armee gegen die TPLF – die in der nördlichen Region regierende „Volksbefreiungsfront von Tigray“ – verlaufe planmäßig. Zuvor hatte die Regierung in Addis Abeba verkündet, sie habe einen wichtigen Flughafen in der Stadt Humera eingenommen.

          Christian Meier

          Redakteur in der Politik.

          Dass der seit einer Woche voll entbrannte Konflikt zwischen der Regierung des Ministerpräsidenten und der TPLF tatsächlich vor einer Deeskalation steht, ist indessen längst nicht gewiss. Aus der abgeschotteten Region dringen nur wenige Nachrichten nach außen. Die Kämpfe sollen aber schon Hunderte Tote auf beiden Seiten gefordert haben, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Montag unter Berufung auf Militärs und ausländische Diplomaten. Allein bei dem Überfall der TPLF auf einen Stützpunkt des äthiopischen Militärs am vergangenen Mittwoch, der den Anlass für die Intervention der Zentralregierung in Tigray bildete, seien mehrere hundert Soldaten getötet worden. Mitarbeiter von Hilfsorganisationen in den angrenzenden Regionen Afar und Amhara berichteten am Wochenende von Toten und zahlreichen Verletzten, die in Krankenhäuser eingeliefert würden. Wiederholt wurde über Luftangriffe in Tigray berichtet.

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