https://www.faz.net/-gpf-9vbkp

Konflikt in Libyen : Ein Schlüssel zu vielem

Es ist richtig und notwendig, dass Kanzlerin Merkel Libyen so große Aufmerksamkeit widmet. Das Land zu stabilisieren, liegt auch im europäischen Interesse.

          1 Min.

          Wenn die Waffenruhe in Libyen hält und wenn auch die Kampfpause in Syrien nicht nur Taktik ist, sind das gute Nachrichten von diesen beiden Schauplätzen des Krieges und der Zerstörung in unmittelbarer Nachbarschaft Europas. Es spricht allerdings Bände, dass die Präsidenten Putin und Erdogan nicht ganz unbeteiligt daran waren, dass die Pausen zustande gekommen sind.

          Entweder sehen sie ihre militärischen Ziele als erfüllt an, oder sie versprechen sich einen anderen Vorteil davon. Die Türkei will als Regionalmacht ihr Profil schärfen, was, wenn auch zu einem hohen Preis, ihr durchaus zu gelingen scheint; Russland führt sich als die Macht auf, an der niemand vorbeikommt. Der Besuch der Bundeskanzlerin in Moskau bestätigt das. Ohne die russische Militärintervention säße der Diktator Assad nicht wieder so fest im Sattel. Den Preis dafür haben Millionen Syrer bezahlt, viele mit dem Leben.

          Es ist richtig und notwendig, dass Merkel Libyen so große Aufmerksamkeit widmet. Das Land ist schon jetzt ein gescheiterter Staat; eigentlich kann man von „Staat“ kaum reden. Zerfiele es vollends, brauchte man nicht lange darüber zu rätseln, wo auch künftig die großen Migrationsströme entlangführen werden.

          Libyen muss stabilisiert werden, das liegt im europäischen Interesse. Irgendwann wird zu entscheiden sein, ob die Ausbildung der libyschen Küstenwache genügt und ob man sich bei einem Schlüsselthema europäischer Sicherheit anderen Mächten ausliefern will.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Gesetzgebung im Schnellverfahren

          Corona-Hilfe im Bundestag : Gesetzgebung im Schnellverfahren

          In der Corona-Krise wird der Bundestag schnell. An nur einem Tag hat er über 600 Milliarden Euro entschieden. Davor gab es einige Probleme zu überwinden. Unter anderem die Frage, ob die Parkplätze ausreichen.

          Topmeldungen

          Rush Hour in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh am 17. März 2020

          Corona und der Westen : Die zivilisatorische Kränkung

          Geben wir im Überlebenskampf Freiheit und Würde auf? Oder steckt hinter dieser Entgegensetzung derselbe Dünkel, der so viele im Westen davon abhielt, in der Pandemie von Ostasien zu lernen?

          Corona-Lage in Süditalien : Aufrufe zur Revolution

          In Süditalien drohen Menschen mit „Sturm auf die Paläste“. Der Geheimdienst warnt vor sozialen Unruhen. Schon gab es versuchte Plünderungen. Die wirtschaftliche Lage der Region ist wegen Corona fatal.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.