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Konflikt im Kosovo : Der diplomatische Stellvertreterkrieg

Der bisherige amerikanische Botschafter Richard Grenell Ende Januar bei einer Pressekonferenz in Berlin Bild: dpa

Auf dem Balkan sind die EU und Washington von Verbündeten zu Gegnern geworden. Einer der wesentlichen Protagonisten ist Richard Grenell, bis vor kurzem amerikanischer Botschafter in Berlin.

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          Wer die Hintergründe nicht kennt, könnte es für Routine halten: In Prishtina, der Hauptstadt des Kosovos, begann am Donnerstag der erste volle Arbeitstag einer neuen Regierung, die am Vortag regulär vom Parlament gewählt worden war. Für seine Koalition aus mehr als einem Dutzend Parteien und Vertretern ethnischer Minderheiten hatte der neue Ministerpräsident Avdullah Hoti im 120 Sitze zählenden Parlament 61 Stimmen erhalten. Das war zwar die knappste rechnerisch mögliche Mehrheit, aber eben eine Mehrheit. So weit ist also tatsächlich alles Routine.

          Michael Martens
          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Ungewöhnlich und bedenklich ist aber die Vorgeschichte der Regierungsbildung in Europas jüngsten Staat, der 2008 durch die Loslösung von Serbien seine Unabhängigkeit proklamierte. Denn ihr ging, verkürzt gesagt, ein monatelanger Machtkampf zwischen dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump auf der einen sowie der EU und wichtigen europäischen Hauptstädten wie Berlin auf der anderen Seite voraus. Es ging um die künftige Entwicklung des Kosovos – und zumindest derzeit ist zu konstatieren, dass Europa die erste Runde dieses Machtkampfes verloren hat.

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