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Konflikt im Kaukasus : Präsidentenpalast in Abchasien gestürmt

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Raul Khadjimba, einer der Führer der abchaischen Opposition, vor dem Eingang des Präsidentenbüros im abchasischen Suchomi Bild: AFP

In der von Georgien abtrünnigen Region Abchasien haben Anhänger der Opposition den Präsidentenpalast gestürmt. Ein Umsturzversuch sei aber gescheitert, erklärt Präsident Ankwab im Staatsfernsehen.

          In der von Georgien abtrünnigen Schwarzmeerregion Abchasien haben Sicherheitskräfte am Mittwoch den Sturz von Präsident Alexander Ankwab abgewendet. Es habe den Versuch einer gewaltsamen Machtübernahme durch die Opposition gegeben, sagte Ankwab dem Fernsehen in der Hauptstadt Suchumi.

          Zuvor hatten tausende Anhänger der Opposition den Präsidentenpalast gestürmt und Ankwab zunächst zur Flucht gezwungen. Inzwischen hat sich die Lage wieder etwas beruhigt. Polizei, Militär und Geheimdienst sprachen dem Anführer der international nicht anerkannten Teilrepublik ihre Unterstützung aus.

          Einer der Anführer der Opposition, Raul Chadjimba, hatte zuvor erklärt, ein Koordinierungsrat habe „die Führung der Republik übernommen“ habe. Das Parlament in Suchumi forderte einen Dialog zur Lösung der Krise. Die Opposition wirft Ankwab vor, die Region mit einem zunehmend autoritären Stil und ausufernder Korruption in den Ruin zu treiben.

          Moskau besorgt

          Russland sei besorgt angesichts der größten Spannungen seit Jahren, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Russland hatte das Gebiet sowie die Region Südossetien nach dem Südkaukasuskrieg gegen Georgien 2008 trotz internationalen Protests als unabhängigen Staat anerkannt.

          Wie die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtete, war der Erstürmung in der Nacht zum Mittwoch eine Demonstration von rund tausend Oppositionsanhängern vorausgegangen. Unter Berufung auf nicht genannte Quellen berichtete die Agentur, dass sich Ankwab vermutlich in seine Heimatregion im Nordwesten Abchasiens begeben habe.

          Interfax zitierte zudem aus einer gemeinsamen Erklärung des abchasischen Verteidigungs- und Innenministeriums sowie des Chef der Sicherheitskräfte, die vor „katastrophalen Folgen“ einer „Eskalation“ warnten. Sie verurteilten demnach die „verfassungswidrigen Methoden, die zu einer Destabilisierung der Lage im Land führen“.

          In seiner Fernsehansprache sagte Ankwab laut der Agentur RIA Nowosti, er habe das Land nicht verlassen, sondern halte sich weiter in Abchasien auf. „Die Sicherheitskräfte stehen loyal zum Staat und treffen Maßnahmen, die Lage zu stabilisieren“, sagte Ankwab demnach weiter.

          Ankwab war im August 2011 zum Präsidenten gewählt worden. Russland und Georgien hatten im August 2008 einen fünf Tage langen Krieg um Abchasien und die ebenfalls abtrünnige Provinz Südossetien geführt. Russland erkannte die beiden Kaukasusprovinzen anschließend als unabhängig an, dem Schritt folgten bislang nur wenige weitere Staaten. Tausende russische Soldaten sind in der Region stationiert, Georgien wertet dies als Besetzung. Die Menschen in der isolierten Region klagen über Armut und schwere Kriminalität.

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