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Internationale Geberkonferenz : Sechs Milliarden Euro für Corona-Impfstoff und Tests

Die Sängerin Shakira trat bei der digitalen Geberkonferenz für einen Corona-Impfstoff auf. Bild: dpa

6,15 Milliarden Euro sind zur Entwicklung eines Corona-Impfstoffes sowie von Tests und Medikamenten zugesagt worden. Eine Region liegt dabei weit vorn.

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          Bei einer Geberkonferenz sind am Samstag 6,15 Milliarden Euro zur globalen Bewältigung der Coronavirus-Pandemie zugesagt worden. Davon entfallen 1,3 Milliarden Euro auf Zuschüsse; sie sollen vor allem der beschleunigten Entwicklung eines Impfstoffs, von Medikamenten und Tests zugute kommen. Weitere 4,9 Milliarden an Krediten und Kreditgarantien sagten die Europäische Investitionsbank und die EU-Kommission zu. Die Kommission hatte die Konferenz gemeinsam mit dem Aktionsbündnis „Global Citizen“ organisiert. Diese Mittel sollen den ärmsten Ländern der Welt helfen, sich wirtschaftlich von den Folgen der Pandemie zu erholen.

          Thomas Gutschker

          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von einem „greifbaren Augenblick der Einheit von Bürgern, Regierungen, Philanthropen, Gesundheitsorganisationen und Wirtschaftsführern“. Europa werde sich auf lange Sicht dafür einsetzen, dass Gemeinschaften auf faire und gerechte Weise wiederaufgebaut würden.

          Allerdings konnten von der Leyens zur Schau gestellter Enthusiasmus und ein anschließendes Konzert mit Weltstars wie Shakira und Miley Cyrus nicht darüber hinwegtäuschen, dass neunzig Prozent der Gesamtzusagen von der EU und ihren Mitgliedstaaten stammten. Zwar meldeten sich die Präsidenten oder Regierungschefs von insgesamt vierzig Staaten zu Wort, doch beließen sie es oftmals bei allgemeinen Bekenntnissen, so etwa Japan, Indien, Südkorea, Kuweit und Saudi-Arabien. Beim ersten Spendengipfel, der Anfang Mai 7,4 Milliarden Euro erbracht hatte, waren die Zusagen weiter gestreut.

          Allerdings beteiligte sich nun erstmals die amerikanische Regierung. Die UN-Botschafterin Kelly Croft sagte umgerechnet 485 Millionen Euro an Zuschüssen zu und verband dies mit der Botschaft: „Wir müssen der wahre Multilateralist im besten Sinne des Wortes sein und auf das Gemeinwohl hinarbeiten.“ Auch viele EU-Mitgliedstaaten sagten zusammen 485 Millionen Euro zu; davon entfielen allein 383 Millionen Euro auf Deutschland.

          „Impfstoffe, Tests und Medikamente müssen weltweit verfügbar, bezahlbar und zugänglich sein“, äußerte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Barmittel fließen hauptsächlich an Organisationen und Netzwerke, die sich dem Ziel verschrieben haben, dies möglichst schnell zu erreichen. Die Europäische Union will als Nächstes eine internationale Koalition schmieden, die Vorverträge mit Entwicklern und Produzenten eines künftigen Impfstoffs schließt.

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