https://www.faz.net/-gpf-6xx7i

Konferenz in London : Neue Hilfszusagen auf Somalia-Konferenz

Erfreut: Der somalische Präsident Sheik Sharif Ahmed (rechts) und Regierungschef Abdiweli Mohamed Ali auf der Londoner Konferenz Bild: dpa

Somalia erhält weitere Hilfen im Kampf gegen Hunger und Gewalt: der britische Premierminister Cameron sagte dem Land auf der Londoner Somalia-Konferenz 60 Millionen Euro zu. UN-Generalsekretär Ban lobte die Erfolge der Friedenstruppe.

          2 Min.

          Die internationale Gemeinschaft hat Somalia weitere Hilfen zur Befriedung des Landes, zum Aufbau einer dauerhaften politischen Struktur und zur Linderung der Not der Bevölkerung zugesagt. Der britische Premierminister Cameron zeigte sich in London stolz, das größte internationale Treffen einberufen zu haben, das sich je der Zukunft des „gescheiterten Staates“ Somalia widmete. Die Konferenz solle „neue Bewegung“ in die somalische Krise bringen.

          Johannes Leithäuser

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Andere, wie UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, sprachen davon, die Fortschritte der internationalen afrikanischen Militärmission bei der Befriedung der somalischen Hauptstadt Mogadischu hätten „ein Fenster neuer Möglichkeiten“ in Somalia geöffnet. Mehrere westliche Länder erhöhen ihre Zusagen für humanitäre Hilfe: Der deutsche Außenminister Westerwelle sicherte seitens der Bundesregierung weitere sechs Millionen Euro für die Notversorgung somalischer Flüchtlinge zu; Cameron versprach umgerechnet rund 60 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren, um somalische Flüchtlingslager in Kenia und Äthiopien aufrechterhalten zu können. Auch die amerikanische Außenministerin Clinton sicherte weitere finanzielle Unterstützung zu.

          Nach 17 Jahren wieder ein UN-Büro in Mogadischu

          Cameron warnte im Blick auf die Gefahren von Terror und Piraterie, die auf somalischem Territorium eine Heimat hätten, die ganze Welt werde einen hohen Preis zahlen müssen, wenn sie dieser Situation weiterhin tatenlos zusehe. Alle Teilnehmer, unter ihnen der ugandische Präsident Museveni, der kenianische Präsident Kibaki und der äthiopische Premierminister Zenawi, lobten den Beschluss des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, die Truppenstärke der afrikanischen Friedenstruppe in Somalia von 12.000 auf fast 18.000 Mann zu erhöhen. Damit sollen neue Vorstöße der überwiegend aus Uganda, Burundi, Kenia und Djibouti rekrutierten Mission ermöglicht werden, um weitere Landesteile aus der Herrschaft der islamistischen Shaabaab-Miliz zu befreien.

          Die Londoner Teilnehmer waren sich auch einig darin, dass das UN-Mandat der gegenwärtigen somalischen „Übergangsregierung“ im August nicht nochmals verlängert werden soll. Der somalische Präsident Sheik Sharif Ahmed und der somalische Ministerpräsident Mohamed Ali sicherten in London zu, binnen weniger Monate sollten die Arbeiten am Entwurf einer neuen somalischen Verfassung abgeschlossen und eine verfassunggebende Versammlung gewählt sein, die dann die neuen Staatsgrundlagen beschließen und eine neue Regierung legitimieren solle. Die amerikanische Außenministerin Clinton sagte, die Vereinigten Staaten seien gegen eine Verlängerung des jetzigen Regierungsmandates. Diese Position wurde in der Abschlusserklärung von allen Konferenzteilnehmern geteilt. Ban kündigte an, die UN würden nach 17 Jahren Abwesenheit wieder ein Büro ihrer Somalia-Mission in Mogadischu eröffnen. Ban bat die internationale Gemeinschaft um weitere Hilfen und Beiträge, um einerseits die verstärkte afrikanische Truppe zu finanzieren, und um andererseits bei der Ausbildung und Ausrüstung neuer somalischer Polizisten und Soldaten zu helfen.

          Acht Piraten festgesetzt

          Acht Somalier, die der Piraterie verdächtigt werden, sind an Bord des deutschen Marineschiffs „Berlin“ in Gewahrsam genommen worden. Sie hatten zuvor mit einem Angriffsboot (Skiff) versucht, ein singapurisches Handelsschiff anzugreifen, wurden aber von einem bewaffneten privaten Schutzteam abgewehrt. Das Skiff wurde dann, wie die Bundeswehr mitteilte, durch einen Bordhubschrauber der „Berlin“ mit Warnschüssen gestoppt. An Bord der „Berlin“, eines Versorgungsschiffs der Deutschen Marine, ist zwischen Containtern eine behelfsmäßige Arrestzelle aufgebaut worden. Zwei der festgesetzten Männer seien leicht verletzt gewesen und durch den Schiffsarzt medizinisch versorgt worden, hieß es weiter. (löw.)

          Weitere Themen

          Ein Brief ist nicht genug

          KSK unter Verdacht : Ein Brief ist nicht genug

          Verquere Kameraden zu enttarnen reicht nicht aus, um die Reihen der Bundeswehr-Elitetruppe dauerhaft von Extremisten frei zu halten.

          Topmeldungen

          Der Start am Weltraumbahnhof in Florida

          Cape Canaveral : Erste bemannte SpaceX-Rakete erfolgreich gestartet

          Es ist der erste bemannte Weltraumflug Amerikas seit neun Jahren – die Privatfirma SpaceX hat ihre Crew-Dragon-Kapsel ins All geschickt. Der erfolgreiche Start der zweistufigen Rakete bedeutet eine grundsätzliche Abkehr von der Art und Weise, mit der Astronauten bisher in den Orbit befördert werden.
          Nicht nur am Mainufer, sondern auch an der Frankfurter Börse herrscht frühlingshafter Optimismus.

          Steigende Kurse trotz Krise : Das Börsenvirus

          Die Wirtschaft liegt noch am Boden, doch die Kurse an der Börse steigen und steigen. Kann die Wette auf die bessere Zukunft aufgehen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.