https://www.faz.net/-gpf-8yqt6

Kommunalwahlen in Italien : Schlappe für die Fünf-Sterne-Bewegung

  • Aktualisiert am

Anheizer: Der Gründer der Fünf-Sterne-Bewegung Beppe Grillo spricht in Rom im April 2013. Bild: dpa

Als wichtiger Stimmungstest für die kommenden Parlamentswahlen in Italien gelten die Kommunalwahlen. Bei dieser Abstimmung hat populistische Fünf-Sterne-Bewegung deutlich verloren.

          In mehr als tausend der 8.000 italienischen Städte und Gemeinden standen am Sonntag die Bürgermeister und Gemeinderäte zur Wahl. Hierbei ist die populistische Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) nach den vorliegenden Ergebnissen unerwartet als großer Verlierer hervorgegangen. Die Bewegung kommt unter anderen in Genua, Parma, Verona, Palermo und Catanzaro nicht in die Stichwahlen.

          Besonders schmerzlich ist für den Gründer der Bewegung Beppe Grillo das Ergebnis in seiner Heimatstadt Genua. Dort wird in der Stichwahl ein Kandidat von Mitte-Rechts einem Kandidaten von Mitte-Links gegenüber stehen. Die Hafenstadt wird seit Jahren von Bürgermeistern aus dem Mitte-Rechts-Lager regiert, die Fünf-Sterne-Bewegung galt zuletzt jedoch als ernsthafter Konkurrent. Viele Anhänger waren jedoch verärgert, weil Grillo die bei einer Vorwahl im Internet gekürte Kandidatin ausbootete und einen Ersatzmann aufstellte.

          Ein weiterer Rückschlag ist das M5S-Ergebnis in Parma. Dort kann sich der seit 2012 amtierende Bürgermeister Federico Pizzarotti, den die Bewegung vor einiger Zeit aus ihren Reihen ausschloss, Hoffnung auf eine Wiederwahl machen. Er bekam 37 Prozent der Stimmen, der M5S-Kandidat lediglich drei Prozent. In den Städten, in denen kein Bürgermeisterkandidat die absolute Mehrheit erhielt, finden am 25. Juni Stichwahlen statt.

          Bei den Kommunalwahlen im vergangenen Jahr hatten die regierende Demokratische Partei (PD) und ihr Vorsitzender, der damalige Ministerpräsident Matteo Renzi, eine schwere Niederlage erlitten. In Rom und Turin waren Kandidatinnen der Fünf-Sterne-Bewegung in die Rathäuser eingezogen.

          In den Umfragen lagen M5S und PD zuletzt mit jeweils etwa 30 Prozent gleichauf. Seit Dezember wird die italienische Regierung von dem PD-Politiker und Renzi-Vertrauten Paolo Gentiloni geführt. Der Termin für die Parlamentswahl ist noch in der Diskussion. Regulär ist sie für Februar 2018 vorgesehen.Renzi plant bei dieser Gelegenheit ein Comeback.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Bsirskes Zeit bei Verdi : Immer wieder Frank

          Verdis Vorsitzender Frank Bsirske geht in Rente. 19 Jahre lang leitete er die größte Baustelle der Gewerkschaftsbewegung. Fertig ist sie noch nicht.
          Ashton Applewhite

          Altersdiskriminierung : „Man kann nicht jung bleiben“

          Die Amerikanerin Ashton Applewhite kämpft gegen eine Form der Diskriminierung, über die kaum jemand spricht, obwohl sie jeden irgendwann treffen wird. Ein Gespräch über Altersdiskriminierung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.