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Zukunft Großbritanniens : Alles wird ganz großartig

Dunkle Wolken ziehen über London auf. Bild: EPA

Boris Johnson verkündet bei seinem ersten Auftritt im Unterhaus als Premierminister, für Großbritannien beginne jetzt ein neues goldenes Zeitalter. Eine kühne Prophezeiung.

          Glaube soll ja Berge versetzen können. Im Falle des neuen britischen Premierministers Johnson muss man das Sprichwort wohl abändern: Wer derart von sich selbst berauscht ist, der hält auch die gewagtesten Phantasien für die Wirklichkeit. Jetzt beginne ein neues goldenes Zeitalter für das Land, es werde der großartigste Platz auf der Welt, hat Johnson bei seinem ersten Auftritt im Unterhaus als Premierminister gesagt. Eine kühne Prophezeiung. Jetzt möchte man dem Königreich alles Gute wünschen bei dem Versuch, Wohlstand und Sicherheit seiner Bürger zu mehren.

          Aber es könnte auch anders kommen; das düstere Szenario, dass nach einem Austritt aus der EU ohne Abkommen dem Land erst einmal das große Chaos drohe (dem Land, nicht der EU), ist nicht ganz unwahrscheinlich. Im Unterhaus hat Johnson, wild gestikulierend, theatralisch, tagträumend, viel versprochen. Er ist auf einer Mission. Sie heißt: Brexit, Brexit, Brexit. Danach hat er die Mitglieder seines (Grusel-)Kabinetts ausgewählt. Sie sind Hardliner und als Kollektiv das Dementi der Ankündigung Johnsons, er werde das Land einen.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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