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Andreas Ross (anr.)

Wahl in der Ukraine : Novizen in Kiew

  • -Aktualisiert am

Bester Dinge: Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj. Bild: dpa

In der Ukraine hat die Mehrheit ihre Hoffnungen auf einen Fernsehkomiker gesetzt, der sich im Parlament auf lauter politische Novizen stützt. Das ist ein Experiment mit hohem Einsatz.

          Nicht nur den Ukrainern wäre zu wünschen, dass nach der Parlamentswahl vom Sonntag schnell eine Regierung gebildet werden kann. Auch die westlichen Staaten, die Kiew im Konflikt mit Moskau unterstützen, hoffen auf eine rasche Klärung der Verhältnisse. Denn so deutlich Wolodymyr Selenskyj im April zum Präsidenten gewählt wurde, so ungewiss bleibt, was der frühere Schauspieler im Einzelnen vorhat. Der totale Bruch mit „den Politikern“, den Selenskyj noch am Wahltag ins Zentrum seiner Kampagne rückte, mag zwar vielen Bürgern als Verheißung erscheinen – ein Regierungsprogramm ist der Rückgriff auf sogenannte Technokraten noch nicht.

          Korrupte Strukturen zu zerschlagen, eine auseinanderdriftende Gesellschaft zusammenzuhalten und zugleich einen Krieg gegen eine Großmacht zu gewinnen oder wenigstens einzuhegen, das wäre schon für einen erfahrenen Staatsmann eine Herkulesaufgabe. In der Ukraine hat die Mehrheit ihre Hoffnungen auf einen Fernsehkomiker gesetzt, der sich im Parlament auf lauter politische Novizen stützt. Das ist ein Experiment mit hohem Einsatz.

          Andreas Ross

          Redakteur in der Politik.

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