https://www.faz.net/-gpf-9n4tc

Wahl in Australien : Erst lernwillig, wenn es gar nicht mehr anders geht

  • -Aktualisiert am

Darf sich über seinen überraschenden Wahlsieg freuen: Der australische Premierminister Scott Morrison. Bild: AP

Im Vorfeld waren sich die meisten Beobachter sicher, dass die Opposition die Wahl gewinnen würde. Ist der schlussendliche Sieg der amtierenden Konservativen ein Zeichen für Ignoranz?

          1 Min.

          Das Prinzip „Keine Experimente“, in Deutschland nicht zuletzt von Konrad Adenauer mit großem Erfolg propagiert, funktioniert auch im 21. Jahrhundert. Anders ist der Ausgang der Parlamentswahl in Australien wohl nicht zu erklären. Die meisten professionellen Beobachter waren sich sicher, dass die oppositionelle Labor Party die Wahl gewinnen werde.

          Gespeist wurden diese Prognosen durch die vermeintliche Erkenntnis, das Thema Klimawandel sei für die Wähler das wichtigste. Gerade Australien hat seit Jahren schwer unter Naturkatastrophen zu leiden, deren Ursachen höchstwahrscheinlich Folgen des Klimawandels sind. Die meisten Wähler haben aber die langfristigen Nachteile zugunsten kurzfristiger Vorteile ignoriert.

          Die Koalitionsregierung unter Premierminister Scott Morrison hat, zur eigenen Überraschung, die Wahl gewonnen. Politiker und Anhänger der Grünen in allen Ländern werden die Hände über dem Kopf zusammenschlagen ob so viel „Ignoranz“. Aber man muss wohl feststellen, dass der Mensch erst dann lernwillig ist, wenn es gar nicht mehr anders geht.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der Erste Strafsenat beim Bundesgerichtshof (BGH), Markus Jäger (l-r), Rolf Raum (Vorsitz), und Wolfgang Bär, verkündet das erste höchstrichterliche Urteil zu umstrittenen Cum-Ex-Deals.

          BGH-Urteil : Auf dem Cum-Ex-Karussell

          Der Bundesgerichtshof hat Klarheit in der Aufarbeitung des Cum-Ex-Skandals geschaffen. Doch einfacher wird sie dadurch trotzdem nicht.
          Leonora M. stellte sich im Januar 2019 an der syrisch-irakischen Grenze kurdischen Kräften der Freien syrischen Armee

          IS-Frau aus Sachsen-Anhalt : Anklage gegen Leonora M.

          Mit 15 Jahren reiste ein Mädchen aus Sangerhausen ins „IS-Kalifat“ nach Syrien, heiratete einen bekannten Islamisten und bekam mehrere Kinder. Nun soll sie in Naumburg vor Gericht gestellt werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.