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Krieg in Syrien : Russland am Pranger

Nach einem russischen Bombardement in Idlib am vergangenen Montag bergen Überlebende die Opfer. Bild: AFP

Die russische Luftwaffe greift in Syrien Wohngebiete, Märkte und Krankenhäuser an – doch die internationale Empörung bleibt aus. Nun hat wenigstens Amnesty International reagiert.

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          Die Vorfälle sind ähnlich, die Reaktionen grundverschieden. Ein amerikanisches Kampfflugzeug bombardiert im afghanischen Kundus ein Krankenhaus, und (fast) die ganze Welt schaltet in den Abscheu-und-Empörungs-Modus. Die russische Luftwaffe greift in Syrien über Monate Wohngebiete, Märkte und Krankenhäuser an – und wenigstens Amnesty International veröffentlicht darüber nun einen Bericht, ja prangert die Kriegsverbrechen also solche an.

          Die amerikanischen Streitkräfte haben nach Kundus Konsequenzen gezogen und Angehörige vom Dienst suspendiert, weil sie gegen Einsatzregeln verstoßen hatten. Dass dies auch bei den russischen Streitkräften geschehen könnte, davon ist nichts bekannt. Gewiss, Moskaus Waffen haben nicht die chirurgische Präzision wie die amerikanischen.

          Die meisten russischen Kampfjets in Syrien verfügen nicht über moderne Bombenabwurftechnik, sondern setzen frei fallende Bomben ein, die weitflächig zerstören und sich nicht selbst ins Ziel steuern. Krieg ist Krieg, verbunden mit Tod und Zerstörung. Was Russland aber in Syrien tut, gehört an den Pranger.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

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