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Zum Gründungsjubiläum : China demonstriert seine Macht

Bei der Militärparade zum 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China Bild: dpa

Zum 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik veranstaltet Peking eine riesige Waffenschau, demonstriert militärische Macht. Die Demonstration galt den Vereinigten Staaten – aber auch den Demonstranten in Hongkong.

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          Was tut die chinesische Führung, um den 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik zu feiern? Sie lässt Tausende Soldaten im Stechschritt in Peking marschieren und alle möglichen Waffensysteme vorführen, Interkontinentalraketen eingeschlossen, kurz: Sie veranstaltet eine riesige Waffenschau, demonstriert militärische Macht. Es liegt auf der Hand, wem die Demonstration auch oder in erster Linie galt: den Vereinigten Staaten. Mit denen liegt China über Kreuz; vordergründig ist es ein Handelsstreit, tatsächlich ist es ein strategischer Konflikt.

          Die Rivalität zwischen der asiatischen Groß- und der „alten“ Supermacht ist nicht mehr zu übersehen. Die kommunistische Führung strebt Ebenbürtigkeit an und will Amerikas militärischen Einfluss im pazifischen Raum zurückdrängen. „Keine Macht kann den Fortschritt des chinesischen Volkes aufhalten“ – diese Parole klingt forsch, ist forsch gemeint – es ist ja klar, wer Adressat ist –, kann aber doch nicht verdrängen, dass der Handelsstreit China mittlerweile ziemlich teuer zu stehen kommt. Um davon abzulenken, heizt die Führung den Nationalismus an, appelliert sie an Stolz und den Patriotismus der Leute. Das funktioniert, aber wie lange noch?

          In Hongkong, der ehemaligen britischen Kronkolonie, funktioniert das jedenfalls schon lange nicht mehr. Zehntausende Demonstranten, die sich mit der Polizei Straßenschlachten lieferten, wollten den Machthabern die Pekinger Inszenierung verderben. Die Gewalt und das Chaos, in das Teile der Stadt versanken, zeigen das Maß an Entfremdung zwischen Teilen der Bevölkerung auf der einen und Regionalregierung und Zentralmacht auf der anderen Seite.

          Zumindest der harte, militante Kern der Demonstranten lässt sich weder vom Nationalismus betören noch von der Zurschaustellung militärischen Geräts abschrecken. Dabei galt die Vorführung dieses Geräts auch ihnen. Über die Folgen der Eskalation am Tag des Gründungsjubiläums, der in Hongkong ein „Tag der Trauer“ war, kann man nur spekulieren: Parteichef Xi Jinping wird dieses Aufbegehren nicht verzeihen. Und irgendwann der Protestbewegung, die sich der ideologischen Kontrolle durch die Partei nicht unterwirft, mit aller Macht entgegentreten?

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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