https://www.faz.net/-gpf-9763g

Kommentar : Blutiges Amerika

  • -Aktualisiert am

Halbautomatische Waffen in einem Geschäft in Orem, Utha Bild: AFP

Amerika muss die Verfügbarkeit von Waffen beschränken. Doch der Streit über das Waffenrecht wird genauso ideologisch ausgetragen wie alles andere in diesem heillos zerstrittenen Land.

          Ritualhaft, um nicht zu sagen: routiniert werden in den Vereinigten Staaten nach jedem öffentlichen Massaker dieselben Argumente ausgetauscht. Die Waffenbefürworter machen psychische oder soziale Faktoren für den Massenmord verantwortlich, der Schüler, Studenten, Konzertbesucher oder wen auch immer gerade getroffen hat. In diesem Sinne äußerte sich jetzt auch der Präsident nach dem Blutbad in Florida.

          Die Waffengegner verweisen dagegen auf die Verfügbarkeit von Feuerwaffen und verlangen mehr gesetzliche Beschränkungen. Die Statistiken zeigen, dass Letztere recht haben.

          Nicht nur besitzen die Amerikaner weit mehr Waffen als andere Völker; es gibt auch eine besonders hohe Zahl an tödlich verlaufenden Schusswechseln. Amerika sticht unter vergleichbaren westlichen Ländern ohne Zweifel als äußerst gewaltsam hervor, was für eine so alte Demokratie eigentlich ein Armutszeugnis ist. Dass sich nichts ändert, liegt daran, dass der Streit über das Waffenrecht genauso ideologisch ausgetragen wird wie alles andere in diesem heillos zerstrittenen Land.

          Nikolas Busse

          Verantwortlicher Redakteur für die Frankfurter Allgemeine Woche und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik (F.A.Z.).

          Folgen:

          Weitere Themen

          „Die FPÖ lässt sich nicht knebeln“ Video-Seite öffnen

          Kickl nach Strache-Affäre : „Die FPÖ lässt sich nicht knebeln“

          Die FPÖ hat den Rückzug aller ihrer Minister aus der Regierung angekündigt, falls FPÖ-Innenminister Herbert Kickl entlassen wird. Kickl selbst sieht dahinter den Versuch die Macht der ÖVP zu untermauern und die FPÖ zu spalten.

          Topmeldungen

          John Bolton : Er will sie das Fürchten lehren

          Trumps Sicherheitsberater trommelt seit Jahren für einen Militärschlag gegen Iran. Europäische Diplomaten halten ihn für einen Ideologen. Doch jetzt hat er das Ohr des Präsidenten für sich.

          „Zerstörung der CDU“ bei Youtube : Kommt damit klar!

          „Ihr sagt doch immer, dass die jungen Leute mehr Politik machen sollen“: Ein politisches Video des Youtubers Rezo sorgt unter Jugendlichen für Aufregung. Sein Titel: „Die Zerstörung der CDU“.

          Ibiza-Affäre der FPÖ : Die AfD und ihr Vorbild

          Die FPÖ war für die AfD immer ein Vorbild. Das Ende der Koalition in Wien bedeutet auch, dass das Modell der AfD erst einmal gescheitert ist. Das muss aber nicht heißen, dass sie bei der Europawahl untergeht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.