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Idlib-Kommentar : Demütigung

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Bald wird das Assad-Regime gemeinsam mit Iran und Russland auch die letzte Rebellenbastion erobert haben. Europa spielt in Syrien überhaupt keine Rolle mehr – eine strategische Demütigung.

          Die syrische Tragödie nähert sich ihrem traurigen Ende, zumindest was das militärische Bild angeht. Das Regime wird aller Voraussicht nach in nächster Zeit die letzte Rebellenhochburg in Idlib zurückerobern, unterstützt von Russland und Iran. Rücksicht auf die Türkei, die vor allem eine neue Flüchtlingswelle fürchtet, werden Moskau und Teheran nicht nehmen.

          Der Verlauf der bisherigen Kämpfe lässt erwarten, dass die Offensive wieder mit aller Härte geführt wird, mit entsprechendem Leid für die Zivilbevölkerung. Das ist also die Bilanz nach sieben Jahren Bürgerkrieg, in dem Hunderttausende getötet und Millionen vertrieben wurden: Am Ende kann der Gewaltherrscher wieder die Kontrolle des gesamten Landes übernehmen, Russland gewinnt einen nahöstlichen Vorposten, Iran eine Landbrücke bis an die israelische Grenze.

          Aus westlicher Sicht ist die einzige positive Entwicklung, dass der „Islamische Staat“ zerschlagen wurde. Aber das ist nicht Assad und seinen Verbündeten zu verdanken. Und Europa spielt in Syrien überhaupt keine Rolle mehr – eine strategische Demütigung.

          Nikolas Busse

          Verantwortlicher Redakteur für die Frankfurter Allgemeine Woche und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik (F.A.Z.).

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