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Facebook gegen Rassismus : Die Kloake stinkt gen Himmel

Facebook will jetzt gegen Rassismus in dem sozialen Netzwerk vorgehen. Bild: dpa

Terror, Folter, Extremismus, Menschenverachtung, Kinderpornographie, Kriegslüsternheit – der Weg in die Barbarei ist mittlerweile nur noch so kurz wie ein Mausklick.

          Es war ein großer Irrtum zu glauben, dass im digitalen Zeitalter, wenn erst einmal die alten „Gatekeeper“, die analogen Wächter der Öffentlichkeit, verschwunden sind, das goldene Zeitalter des herrschaftsfreien Diskurses anbreche. Gekommen ist, selbst wenn auch das Internet „Gatekeeper“ kennt, eher das Gegenteil, nämlich der Zusammenbruch der Zivilisation in Teilen der Öffentlichkeit.

          Facebook, das an dieser Entwicklung erheblichen Anteil hat, zieht jetzt nach dem Anschlag von Christchurch Konsequenzen. Die Plattform geht gegen Rassismus vor. „Gatekeeper“, die ihren Namen verdienen, hätten das viel früher getan. Facebook steht hingegen im Verdacht, nur deshalb zu handeln, weil die Kloake, die das Unternehmen angerichtet hat, so sehr gen Himmel stinkt, dass sie sein Geschäftsmodell bedroht.

          Gegen andere Plattformen, die durch den Anschlag und das Video des Mörders aufgefallen sind, hilft nicht einmal das. Terror, Folter, Extremismus, Menschenverachtung, Kinderpornographie, Kriegslüsternheit – der Weg in die Barbarei ist mittlerweile nur noch so kurz wie ein Mausklick.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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