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Kommentar : Scherben

Hunderte deutsche Unternehmen wurden von der türkischen Regierung der Terrorunterstützung verdächtigt. Nun bestreitet Erdogan die Existenz der entsprechenden Liste – und macht alles nur noch schlimmer.

          Nun soll nichts gewesen sein, auch nicht die Liste, die die türkische Regierung den deutschen Behörden mit den Namen von 700 deutschen Unternehmen übergeben hat. Diese würden verdächtigt, den Terrorismus zu unterstützen, hatte es geheißen. Dabei hatten sich die Unternehmen lediglich geweigert, an Werbeveranstaltungen für den Wirtschaftsstandort Türkei mit Präsident Erdogan teilzunehmen.

          Die Liste war dann die Quittung für die Weigerung, sie wurde aber zum Bumerang. Selbst der Polterer Erdogan musste einsehen, dass die Türkei der Verlierer wäre, würden sich die Unternehmen aus der Türkei zurückziehen – verschreckt von der Willkür, der sich mittlerweile jeder in dem Land ausgesetzt sieht.

          Hätte nun Erdogan die Existenz der Liste nicht bestritten, sie hätte jederzeit ausgereicht, um Druck auf die Unternehmen auszuüben, etwa dadurch, dass die Erdogan hörige Presse unter Berufung auf einen „Terrorverdacht“ einen Boykottaufruf gegen deren Produkte ausgerufen hätte. Das ist (vorerst) abgewendet. Doch auch bei dieser Aktion wurde Porzellan zerschlagen.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

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