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Forderung aus Griechenland : Politisches Manöver um Reparationen

Das Denkmal in der kleinen Stadt Distomo erinnert an die dort von den Nazis begangenen Verbrechen. Bild: AFP

Um die Erfüllung begründbarer Ansprüche scheint es in Athen gar nicht zu gehen: Die Forderung sieht aus wie ein innenpolitisches Manöver im griechischen Wahlkampf.

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          Deutsche Truppen haben während des Zweiten Weltkriegs in den von ihnen besetzten Ländern derartige Greuel und Zerstörungen angerichtet, dass ein auch nur annähernder Ausgleich der materiellen Schäden vollkommen unmöglich ist; noch viel mehr gilt das für das menschliche Leid. Das Bekenntnis zur Verantwortung für die in deutschem Namen verübten Verbrechen und das Bemühen um Aussöhnung sind deutsche Staatsräson.

          Dazu gehören auch heute noch finanzielle Leistungen – vor allem für die letzten noch lebenden NS-Opfer, aber auch für den Bau und die Erhaltung von Gedenkstätten. Doch Deutschland kann gar nicht anders, als Reparationsforderungen wie nun aus Griechenland zurückzuweisen: Es wäre nie und nimmer in der Lage, alle begründbaren Ansprüche zu erfüllen. Aber darum scheint es Athen auch nicht wirklich zu gehen.

          Die Forderung sieht aus wie ein innenpolitisches Manöver im Wahlkampf. Das ist ein Spiel mit etwas, mit dem man keine Spiele treiben sollte, denn die Geschichte des Zweiten Weltkriegs ist zu ernst, um sie politisch zu instrumentalisieren.

          Reinhard Veser

          Redakteur in der Politik.

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