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Ausgaben für die Bundeswehr : Selbstachtung

Das Gewehr vom Typ G36 stand in der Kritik, weil es nach mehreren 100 Schuss zu heiß werden soll. Bild: dpa

Die Ausrüstung der Bundeswehr ist allzu oft zum Schämen. Es ist deshalb gut, dass mehr und mehr Deutsche Abhilfe für geboten halten. Die gleichzeitige Skepsis bezüglich des Krisenengagements ist dennoch vernünftig.

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          Offenbar haben die Berichte über den desolaten Zustand der Bundeswehr gewirkt; eine relative Mehrheit der Deutschen ist nun dafür, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen. Diese Erhöhung ist sicherheitspolitisch notwendig und bündnispolitisch überfällig; sie ist auch eine Frage der Selbstachtung.

          Wenn U-Boote nicht tauchen, Hubschrauber nicht abheben und Flugzeuge nicht fliegen, weil sie kaputt und/oder marode sind, so ist das kein Anlass für Spott und Witzelei. Die Bundeswehr ist heute eine Armee im Einsatz; Personal und Gerät werden strapaziert. Wer sie auf Auslandseinsätze schickt, muss sie dafür ausrüsten. Allzu oft ist die Ausrüstung aber zum Schämen. Es ist gut, dass mehr und mehr Deutsche Abhilfe für geboten halten.

          Gleichzeitig ist eine Mehrheit für mehr Zurückhaltung, was Krisenengagement anbelangt. Die Skepsis ist durchaus vernünftig – solange sich dahinter nicht eine Sehnsucht nach der „großen Schweiz“ verbirgt. Den Luxus der Selbstverzwergung kann sich Deutschland, das große Land im Zentrum Europas, dessen Wohlstand auf internationaler Ordnung beruht, nicht leisten.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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