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Gegen Iran : Amerikanische Sanktionen

Die iranische Hauptstadt Teheran Bild: AFP

Mit den Sanktionen erhöhen die Vereinigten Staaten die Spannungen im Nahen Osten. Die große Gefahr ist, dass die Hardliner um die Revolutionswächter vor einem Kollaps des Systems in Teheran ganz die Macht übernehmen.

          Die verschärften amerikanischen Sanktionen gegen Iran steigern zwar den wirtschaftlichen Druck auf die Islamische Republik, und sie testen dabei die Leidensfähigkeit der Iraner. Aber sie erhöhen auch die Spannungen im Nahen Osten. Sonst würde sich die israelische Armee nicht seit Tagen mit Manövern auf mögliche iranische Vergeltungsschläge vorbereiten.

          Ziele könnten Israel sowie Ölanlagen Saudi-Arabiens sein. Die zwei wichtigsten iranischen Generäle haben in den vergangenen Tagen mit der angeblichen Stärke der iranischen Streitkräfte geprahlt. Doch das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die iranische Wirtschaft am Rande des Zusammenbruchs steht und dass es für Iran immer kostspieliger wird, seine Milizen im Nahen Osten zu unterhalten.

          Die Sanktionen könnten dazu führen, dass Iran tatsächlich seine militärische Präsenz etwa in Syrien verringert. Die große Gefahr ist aber, dass die Hardliner um die Revolutionswächter vor einem Kollaps des Systems in Teheran ganz die Macht übernehmen. Jetzt hat der Westen im Präsidenten Rohani wenigstens noch einen gemäßigten Gesprächspartner.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

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