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Geisel und Sanktionen : Viel Misstrauen gegen die Türkei

Anstatt das Gespräch zu suchen, drehen die Vereinigten Staaten und die Türkei weiter an der Eskalationsschraube. Das kann sich die Regierung in Ankara eigentlich nicht leisten.

          Ankara agiert, als ob die türkisch-amerikanischen Beziehungen nicht bereits genug belastet wären und als ob die Regierung es sich leisten könnte, einen weiteren Verbündeten vor den Kopf zu stoßen. Der amerikanische Kongress hat ohnehin schon Sanktionen gegen die Türkei für den Tag vorbereitet, an dem dort das russische Luftabwehrsystem S400 installiert wird, und er zögert die Lieferung von F35-Kampfflugzeugen an den Nato-Partner hinaus.

          Anstatt das Gespräch zu suchen, drehen beide Seiten weiter an der Eskalationsschraube. Ankara bestätigt die Haft für einen amerikanischen Pastor, der offenbar als Geisel gehalten wird, um gegen türkische Bürger in Amerika ausgetauscht zu werden – den Prediger Gülen oder den Bankmanager Atilla, der wegen der Umgehung der Iran-Sanktionen verurteilt wurde.

          Im Gegenzug verhängt Washington Sanktionen gegen zwei Minister Erdogans. Jetzt redet die Türkei über deren Vermögen im Ausland. Über der Wirtschaft ziehen sich derweil dunkle Wolken zusammen. Die Sanktionen sind auch ein Zeichen des Misstrauens gegenüber Ankara.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

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