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Gescheiterte Namensänderung : Nord-Mazedonien, nein danke

Bürger, die das Referendum boykottiert hatten, tanzen auf den Straßen nach der Verkündung der Ergebnisse. Bild: dpa

Das nötige Quorum von 50 Prozent wurde in Mazedonien verfehlt. Politiker sollten das Parlament aber nicht dazu auffordern, das Ergebnis trotzdem zu berücksichtigen – und sich einen Plan B zurechtlegen.

          Es gibt zwei gute Gründe, warum westliche Regierungen wollen, dass Mazedonien der Nato beitritt und sich enger an die EU bindet: Sie wollen russischer Einflussnahme auf dem Balkan entgegenwirken und sie wollen verhindern, dass der Konflikt zwischen Slawen und Albanern im Land wieder aufbricht.

          Der Ausgang des Referendums über den Namensstreit wird beides nicht befördern, da helfen auch keine Appelle aus Brüssel oder Berlin. Das Quorum von fünfzig Prozent Beteiligung wurde weit verfehlt, also sollten Politiker, die sonst dauernd vom hohen Wert der Demokratie reden, das Parlament in Skopje nicht noch dazu auffordern, das Ergebnis trotzdem zu berücksichtigen.

          Besonders befremdlich ist, dass nun gerade in Griechenland der Nationalismus in der Region beklagt wird, denn ohne die absurden Ansprüche aus Athen gäbe es den ganzen Namensstreit nicht. Die mazedonischen Abgeordneten können natürlich trotzdem eine Änderung des Staatsnamens beschließen, aber das täten sie dann aus eigenem Ratschluss. Der Westen sollte sich auf alle Fälle einen Plan B zurechtlegen.

          Nikolas Busse

          Verantwortlicher Redakteur für die Frankfurter Allgemeine Woche und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik (F.A.Z.).

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