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Kommentar : So leicht kapituliert Nordkorea nicht

Kim Jong-un droht damit, das Treffen mit Donald Trump abzusagen Bild: EPA

Kim Jong-un hat eine nukleare Lehre aus den Fällen Irak und Libyen gezogen.

          War Kim Jong-un, aus Angst vor dem amerikanischen Präsidenten zitternd, nicht schon zu Kreuze gekrochen? Hatte Donald Trump an dieser Front nicht schon den ersten Triumph seiner ungewöhnlichen Außenpolitik feiern können? Zu früh gefreut, müssen jetzt wohl selbst jene sagen, die Trump immer noch für einen Segen für die Welt halten. So leicht kapituliert Nordkorea nicht.

          Pjöngjang erinnerte nun ausdrücklich an das „schreckliche Schicksal“, das Libyen und den Irak ereilte. Gemeint war wohl das Schicksal der Diktatoren der beiden Länder, dem sie nicht entkommen konnten, weil ihnen etwas Wesentliches fehlte: die Bombe. Kim Jong-un aber hat sie. Er wird seine nukleare Lebensversicherung kaum für Zusagen eines Präsidenten aufgeben, der sich von Verträgen nicht gebunden fühlt.

          Auch taktisch war die vollmundige Ankündigung des Gipfeltreffens in Singapur nicht sehr geschickt. Trump setzte sich damit unter Erfolgszwang, den Kim Jong-un nun nutzen kann, um den Preis für einen „deal“ hochzutreiben. Der Vertrag müsste freilich ein Wunderwerk sein, um beide Seiten zufriedenstellen zu können.

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