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Kommentar : Sanktionen ohne Heuchelei

Sanktionsvorschläge, die nur die Partner betreffen, eigene Interessen aber unberührt lassen, stehen zu Recht im Ruch der Heuchelei. Den Isolationisten in Moskau sollte ernsthaft geholfen werden.

          Das ist ja keine Geheimwissenschaft: Die europäischen Länder, die über Handel, Investitionen und Energie vergleichsweise eng mit Russland verbunden sind, überschlagen sich nicht gerade, was das Verhängen von Wirtschaftssanktionen anbelangt. Das ist verständlich; sogar die französische Haltung, einen Hubschrauber-Träger an Moskau auszuliefern, ist im Lichte der betroffenen Arbeitsplätze nachvollziehbar - selbst wenn das Geschäft von vornherein mehr als problematisch war.

          Freilich sollte man keine Sanktionsvorschläge machen, die nur die Partner betreffen, eigene kommerzielle Interessen aber unberührt lassen. Da handelt man sich ganz zu Recht den Vorwurf der Heuchelei ein; der britische Premierminister musste das soeben erfahren. Überdies führt das die Uneinigkeit der EU-Länder vor. Dabei muss doch jedem klar sein, dass nach dem Abschuss des malaysischen Flugzeuges nichts mehr so ist wie vorher; zumal Russland die Separatisten in der Ukraine nach wie vor aufrüstet. Denjenigen in der Moskauer Führung, die das Land so gern in die Isolation führen wollen, kann geholfen werden.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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