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Pakistan : Politik statt Rache

  • -Aktualisiert am

In Pakistan fehlt es nach dem Drama von Peschawar ganz offensichtlich an einem über das militärisch Notwendige hinausgehenden Konzept zur Bekämpfung des Terrorismus. Zur Lösung des Problems braucht es aber mehr.

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          Jenseits aller moralischen Einwände gegen die Todesstrafe: Wohin soll es führen, Menschen mit dem Tod zu bedrohen, die als Terroristen mit dem irdischen Leben ohnehin eher abgeschlossen haben? Die Absicht der pakistanischen Regierung, bis zu 500 verurteilte Terroristen hinzurichten, zeugt von ausgeprägter Hilf- und Ratlosigkeit.

          Vermutlich wissen die Entscheider selbst, dass ihr Vorgehen abschreckende Wirkung nicht entfalten wird. Aber das spielt wohl keine Rolle mehr. Die Regierung hat nicht verhindern können, dass Terroristen in der vergangenen Woche mehr als 100 Schulkinder bestialisch ermordet haben. Jetzt meint sie offensichtlich, Handlungsfähigkeit demonstrieren zu müssen, indem sie nach dem Muster „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ agiert. Und dann? Es fehlt ganz offensichtlich an einem über das militärisch Notwendige hinausgehenden Konzept zur Bekämpfung des Terrorismus. Dazu müssten beispielsweise alle Teile des pakistanischen Staatsapparates ihr Verhältnis zu den Taliban klären. Nicht blindwütige Rache ist gefragt, sondern kluge Politik.

          Pakistan : Überlebender berichtet vom Schulmassaker

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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