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Reformen in der Kirche : Päpstlicher Hinterhalt

Papst Franziskus am Mittwoch auf dem Petersplatz Bild: dpa

Erst macht der Papst den Bischöfen Mut, einen Reformprozess anzustoßen. Doch als die ihn beim Wort nehmen, erklärt er sie für inkompetent und unzurechnungsfähig. Das ist einfach irre.

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          Was hatte Papst Franziskus sich nicht alles von den Christen gewünscht? Mehr Freimut. Von der Kirche: dass sie sich nicht länger an die eigene Verschlossenheit und Bequemlichkeit klammere. Oder von den Bischöfen: dass sie zu Subjekten mit konkreten Kompetenzbereichen würden. Nicht zu vergessen die Bischofskonferenzen: Organe mit einer gewissen authentischen Lehrautorität.

          Das war 2013. Sechs Jahre später nehmen Bischöfe und Laien gemeinsam den Papst beim Wort. Doch Franziskus und seine Büchsenspanner im Vatikan fallen ihnen in einer Weise in den Rücken, welche die gewöhnliche Vorstellungskraft übersteigt.

          Schon einmal, es war in den neunziger Jahren, ging es in Sachen Schwangerenkonfliktberatung hoch her. Auch damals wurden von interessierter Seite Falschinformationen über die Kirche in Deutschland gestreut und wurde mit Unterstellungen der übelsten Art gearbeitet. Aber kein Vergleich zu dem Hinterhalt, in den Franziskus die Bischöfe gelockt hat: Erst macht er ihnen Mut, dann erklärt er sie für inkompetent und unzurechnungsfähig. Einfach irre.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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