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Mazedonien-Kommentar : Moskaus Sabotageversuche

Erfolgreiche Einigung: Mazedoniens Minsiterpräsident Zoran Zaev und Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras Bild: AFP

Der russische Versuch, die Politik in Mazedonien zu destabilisieren, stört nun sogar einen Staat, der Moskau gegenüber eigentlich freundlich eingestellt ist.

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          Mazedonien ist ein fragiler Staat. Die Gründe dafür liegen in seinem Inneren, insbesondere im schwierigen Verhältnis zwischen der slawischen Mehrheit und der albanischen Minderheit. Aber eines der größten Hindernisse für die Überwindung dieser Schwierigkeiten war seit der Unabhängigkeit Mazedoniens 1991 ein äußerer Faktor: der Streit mit Griechenland, das dem Land seinen Namen nicht zugestehen wollte, weil schon eine nordgriechische Provinz so heißt.

          Dieser (groteske) Konflikt war ein Grund steter Unruhe, weil er eines der wenigen Ziele, die Albaner und eine Mehrheit der Mazedonier teilen, unerreichbar machte: den Beitritt zur Nato. Russland hat das als Ansatzpunkt für seine auch aus dem postsowjetischen Raum bekannte Taktik zu nutzen versucht, durch Destabilisierung Einfluss zu nehmen.

          Dass der Streit nun vor einer Lösung steht, entzieht dem die Grundlage. Kein Wunder, dass Moskau die Einigung zu sabotieren versucht – und damit sogar die griechische Regierung gegen sich aufbringt, die eigentlich nicht zu den „Russophoben“ gehört, die der Kreml sonst in Europa am Werk sieht.

          Reinhard Veser
          Redakteur in der Politik.

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