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Maas in Beirut : Wer hört die Signale?

  • -Aktualisiert am

Vor Ruinen: Außenminister Heiko Maas in Beirut Bild: dpa

Halb Beirut ist zerstört. Aber die politische Elite des Landes ist intakt. Wird Berlin hart bleiben, wenn die Forderungen des deutschen Außenministers nicht erfüllt werden?

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          Außenminister Heiko Maas hat in Libanon klare Worte gefunden. Langfristig könne es für das Land nur dann Hilfen der Staatengemeinschaft geben, wenn umfassende Reformen in Gang gesetzt und die grassierende Korruption bekämpft würden. Bis zu diesem Punkt wird wohl niemand dem Minister widersprechen.

          Nur fangen die Schwierigkeiten da erst an. Die verheerende Explosion im Beiruter Hafen vor gut einer Woche hat zwar etwa die Hälfte der Stadt zerstört. Aber die politische Elite, die Maas mit Recht als Wurzel so ziemlich aller Übel erkannt hat, ist weitgehend intakt geblieben.

          Die Signale, die der deutsche Außenminister und der französische Staatspräsident aussenden, werden viele Menschen im Land gerne hören. Aber wer soll die notwendigen Reformen in die Tat umsetzen? Zwar ist die komplette Regierung zurückgetreten. Es wird wohl Neuwahlen geben. Vor diesen Wahlen werden sich mit ziemlicher Sicherheit alle Kandidaten mit Reformbekenntnissen zu Wort melden.

          Und danach wird dann alles besser? Daran zu glauben, erscheint im Moment reichlich naiv. Und wenn es so kommt, wie man befürchten muss: Wird Europa, wird Deutschland dann den Mumm haben, den Menschen an der Regierung vorbei zu helfen. Denn nur so können den guten Worten von heute gute Taten von morgen folgen. Europa muss im Interesse seiner Glaubwürdigkeit zu Härte bereit sein.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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