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Krieg in Libyen : Europa braucht Geduld und Konsequenz

Hält der in Berlin versprochene Waffenstillstand? Tripolis nach einem Luftangriff im Dezember 2019 Bild: dpa

Wer Libyen befrieden will, muss sich auf schmerzhafte Kompromisse einstellen und darf die Konfrontation nicht scheuen. Dazu gehören Sanktionen – und vielleicht auch eine Schutztruppe mit Beteiligung der Bundeswehr.

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          Seit Jahren wirkt Libyen wie ein hoffnungsloser Fall. Ein ölreiches Land, zerrissen von Machtkämpfen, beherrscht von Milizen, Schlachtfeld erbitterter Stellvertreterkonflikte, Rückzugsort für dschihadistische Terroristen und Drehscheibe für das Schleusergeschäft mit afrikanischen Migranten. Ein Land, das Anarchie und Zerstörung wie ein Magnet anzieht.

          Die Bundeskanzlerin hat die Zukunft Libyens aus guten Gründen zu einem vordringlichen Thema deutscher Außenpolitik erhoben. Trotz aller gebotenen Skepsis besteht durchaus Hoffnung. Zumal die Europäer, die mit Sorge auf Libyen blicken, nicht ganz unbeteiligt an der Selbstzerstörung des Landes sind. Es ist höchste Zeit für sie, den Beweis anzutreten, dass sie Willens und in der Lage sind, in Libyen Verantwortung zu übernehmen, eine gemeinsame Haltung zu finden und ihre Interessen mit der nötigen Geduld und Konsequenz durchzusetzen.

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