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Kommentar : Keine Despotie

Emmanuel Macron verhalte sich schon wie der Sonnenkönig, sagen seine Kritiker, auch weil er in Versailles zum Kongress spricht. Doch diese Kritik an Macron ist wie ein Bumerang.

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          Emmanuel Macron hat die Präsidentenwahl gewonnen, seine Partei (oder Bewegung) hat die Mehrheit in der Nationalversammlung errungen. Und schon ist, nach wenigen Wochen, von Macronismus die Rede, wird vor einer Ballung der Macht im Präsidentenamt gewarnt. Aus Anlass der Rede vor dem Kongress in Versailles verstieg sich die Opposition zum Vorwurf, Macron habe das Selbstverständnis eines Sonnenkönigs. Andere steuerten allen Ernstes die Frage bei, ob er ein aufgeklärter Despot sei. Französische Präsidenten mögen sich zuweilen als republikanische Monarchen darstellen.

          Auf dem Weg zur Despotie ist das Land gewiss nicht. Man kann die Kritik am selbstbewussten Macron auch übertreiben, selbst wenn er einen Hang zur Inszenierung haben sollte. Jetzt kommt es darauf an, eine neue Dynamik zu entfesseln und für die dafür notwendige Politik Mehrheiten zu organisieren.

          Die Kritik an Macron ist wie ein Bumerang; er trifft jene, die Jahre des Stillstands, ja des Rückschritts zu verantworten haben. Wenn der neue Präsident einen „radikal neuen Weg“ beschreiten will, dann hat das genau damit zu tun.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

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