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Kommentar : Die Spaltung droht

Die Lage in Kiew bleibt labil. Anführer der russophilen Bevölkerung stellen die neuen Machthaber auf eine Stufe mit Nazis und Faschisten. Der Graben durch die Ukraine könnte bei den Wahlen im Mai noch tiefer werden.

          Die Warnung des Übergangspräsidenten Turtschinow vor der „Gefahr des Separatismus“ und entsprechende Töne im Osten der Ukraine machen deutlich, wie labil die Lage ist. Die Anführer der russophilen Bevölkerung sind schon zur Agitation übergegangen und stellen die neuen Machthaber auf eine Stufe mit Nazis und Faschisten. Genau so ist auch das Moskauer Echo; Russland bestreitet der neuen Führung in Kiew jedwede Legitimität.

          In der Haltung der Europäer schimmert ein gewisses Verständnis für die Legitimitätszweifel durch. Deshalb wäre es wichtig, dass auch eine „europäisch“ gesinnte Regierung der nationalen Einheit tatsächlich alle politischen Kräfte einschließt, selbst wenn das den Militanten vom Majdan wie Verrat vorkommt.

          Wenn Ende Mai ein neuer Präsident gewählt werden wird, sollten sich ohnehin alle Kandidaten Mäßigung auferlegen. Denn sonst wird die Wahl nur die Warnung vor dem Separatismus bestätigen und zeigen, wie tief die Spaltung der Ukraine reicht. Man muss leider annehmen, dass dann nicht die Stunde der Vernunft schlagen wird, sondern die der Polarisierer.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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