https://www.faz.net/-gpf-9xcw1

Türkei und Russland : Nicht erpressen lassen!

Wladimir Putin, rechts, und Recep Tayyip Erdogan beim Händeschütteln im Kreml am 5. März 2020. Bild: AP

Dass EU und Nato nicht begeistert sind, Erdogan aus der Patsche zu helfen, ist nicht verwunderlich: Ankara hat bislang kein Interesse an Konsultationen gehabt.

          1 Min.

          Erst war der türkische Präsident Erdogan bei Putin, wo er erleben musste, was es heißt, sich militärisch übernommen zu haben. Dann lud er sich selbst nach Brüssel ein, und auch dort wurden ihm keine Rosen gestreut. Ein Erfolg war seine Taktik nicht, an der türkisch-griechischen Grenze eine neue Flüchtlingskrise zu inszenieren, um so die Europäer gefügig zu machen und zu größerer Unterstützung des türkischen Vorgehens in Syrien zu bewegen. Doch die Europäer haben sich nicht erpressen lassen – gut so.

          Eine andere Sache ist es, das 2016 geschlossene Flüchtlingsabkommen mit der Türkei zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Ja, die Türkei trägt eine große Last und nimmt den europäischen Ländern viel ab. Dass sie dafür eine Art Entschädigung verlangt, liegt in der Natur der Sache. Und Geld fließt ja in Projekte in der Türkei zur Versorgung syrischer Flüchtlinge. Dass die in Aussicht gestellte Visa-Liberalisierung nicht gewährt worden ist, hängt auch an der inneren Entwicklung in der Türkei, hin zu einem autoritär regierten Staat.

          Dass die EU (so wie die Nato) jetzt nicht begeistert ist, Erdogan aus der syrischen Patsche zu helfen, ist zudem nicht verwunderlich: Ankara hat bislang keinerlei Interesse an Konsultationen und Koordination gehabt. Wenn es also zu einem Treffen Erdogans mit Merkel und Macron in der kommenden Woche in Istanbul kommt, gibt es viel zu besprechen. Eines muss klar sein: Unter Partnern darf es keine Erpressung geben.

          Weitere Themen

          Langsam kreist der Sputnik

          Russland startet Massenimpfung : Langsam kreist der Sputnik

          Russland startet eine „Massenimpfung“ mit seinem heimischen Impfstoff. Dessen Testphase soll erst im Mai abgeschlossen sein. Die Verantwortlichen sagen trotzdem: Wird schon!

          Österreichs Durchhalteparolen

          Lockdown verlängert : Österreichs Durchhalteparolen

          In Österreich wird der Lockdown vorerst bis zum 8. Februar verlängert. Bundeskanzler Sebastian Kurz begründet das vor allem mit dem „Briten-Virus“. In Wien demonstrieren derweil Tausende gegen die Corona-Politik der Regierung.

          Topmeldungen

          Marylyn Addo und ihr Team arbeiten an einem Corona-Impfstoff.

          Forscherin Addo im Interview : „Ich erwarte im Frühjahr eine Entspannung“

          Infektiologin Marylyn Addo forscht mit ihrem Team selbst an einem Corona-Impfstoff, hat dabei aber gerade einen Rückschlag erlebt. Im Interview spricht sie über ihre Arbeit, mangelnde Impfbereitschaft, Virus-Mutationen und Lockdown-Effekte.

          Nach Laschets Wahl : Der knappe Sieg des Merkelianers

          Der künftige CDU-Vorsitzende Armin Laschet steht nun vor zwei Herausforderungen. Zum einen muss er Friedrich Merz einbinden, zum anderen seine Umfragewerte verbessern. Nur dann dürfte er Kanzlerkandidat werden.
          Das Symbol für Ethereum

          Digitalwährung Ether : Besser als Bitcoin

          Alle Welt ist im Bitcoin-Rausch. Dabei gibt es eine Alternative, die viel interessanter ist: Ether. Doch was macht die Digitalwährung so besonders?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.