https://www.faz.net/-gpf-9pgem

Fahrverbote in Tirol : Dicke Luft am Brenner

  • -Aktualisiert am

Sorgt für Ärger in der Urlaubssaison: die Brennerautobahn Bild: dpa

Straßen überlastet, Ausweichrouten gesperrt, lange Staus der Lkws – und es sind Ferien. Die Politik bemüht sich um Schadensbegrenzung. Aber sie hat es zu lange versäumt, den Bedenken der Bürger etwas Positives entgegenzusetzen.

          3 Min.

          Seit vielen Monaten streiten sich Bayern und Tirol, Deutschland und Österreich. Es geht um die Belastungen der Grenzbewohner durch den Transitverkehr: Angeblich passieren zweieinhalb Millionen Lastwagen im Jahr den Brenner, dazu kommen die vielen Urlauber. Deutschland hat schon 2012 zugesagt, die Zulaufstrecke in Richtung Brennerbasistunnel, der 2028 eröffnet werden soll, auszubauen. Ziel: mehr Güter von der Straße auf die Schiene zu bekommen. Doch passiert sei nichts, sagt der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter. Tatsächlich steckt der Zulauf von München über Rosenheim bis Kufstein noch in der Planung; auf fünf mögliche Trassenverläufe einer Neubaustrecke haben sich Bahn und Bundesverkehrsministerium kürzlich festgelegt. Die Österreicher hingegen haben ihre Unterinntalstrecke bis Innsbruck schon fertiggebaut.

          Für die Deutschen, die mit dem Auto in den Urlaub fahren, ist die Situation ärgerlich. Denn seit Fronleichnam sind an den Wochenenden einige Abfahrten der Brenner- und der Inntalautobahn gesperrt, damit Transitreisende nicht über die Landstraßen ausweichen können. Für die Lastwagenfahrer ist es noch schwieriger. Sie werden im Block abgefertigt, auf deutscher Seite entstehen lange Staus. Platter hat den Konflikt zur Notwehr gegen den großen Nachbarn stilisiert. Bei den verkehrsgeplagten Tirolern rennt er damit offene Türen ein, obschon Österreich wegen seines billigen Diesels an der buchstäblich verfahrenen Lage nicht unschuldig ist.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. digital – Jubiläumsangebot

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Seit Anfang des Jahres gelten andere Regel für Totalverluste aus Kapitalvermögen: Sie sind nicht mehr voll von der Steuer absetzbar.

          Steuergesetz : Verluste tun jetzt doppelt weh

          Wenn Anleger Geld verlieren, müssen sie oft trotzdem Steuern zahlen. Schuld daran ist ein neues Gesetz, das eigentlich nur grenzüberschreitende Steuergestaltungen regeln sollte.