https://www.faz.net/-gpf-8wl72

Kommentar : Der Gipfel des mörderischen Zynismus

Opfer des Angriffs werden mit Sauerstoff behandelt. Bild: Reuters

Assads Strategie ist klar: Möglichst alle Rebellen vernichten. Verluste unter der Zivilbevölkerung sind Teil des Kalküls. Die Empörung über die neuerliche Tat ist berechtigt – und hilflos.

          1 Min.

          Nein, der Syrien-Krieg brennt nicht aus, seine Flammen schlagen weiter hoch. Auch am Dienstag: Dutzende Zivilisten wurden getötet, als Kanister, die mutmaßlich Giftgas enthielten, über einer von Rebellen gehaltenen Stadt abgeworfen wurden. Natürlich bestreiten das Assad-Regime und dessen russische Schutzmacht, dass es ihre Flugzeuge waren, die den Angriff geflogen haben. Dass später noch Krankenstationen mit Raketen beschossen wurden, ist der Gipfel des mörderischen Zynismus.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

          Kann Assad, der nicht zum ersten Mal einen solchen Angriff befohlen hätte, allen Ernstes ein Mann für den syrischen Übergang sein, ein Kriegsverbrecher der Anführer im Kampf gegen islamistische Terroristen? Assads Strategie ist klar: Möglichst alle Rebellen sollen vernichtet werden, bevor er sich, vielleicht, ernsthaft an Gesprächen über die Zukunft Syriens beteiligt. Verluste unter der Zivilbevölkerung sind Teil des Kalküls. Die Empörung über die neuerliche Tat ist berechtigt – und hilflos. In Syrien kann man sehen, welche Mittel ein Diktator und seine Komplizen einzusetzen bereit sind, um Herrschaft und Einfluss zu sichern.

          Provinz Idlib : Zahlreiche Tote nach Chemiewaffen-Angriff in Syrien

          Weitere Themen

          Konflikt um Nagornyi Karabach eskaliert weiter Video-Seite öffnen

          Armenien gegen Aserbaidschan : Konflikt um Nagornyi Karabach eskaliert weiter

          Der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan über die Region Nagornyi Karabach eskaliert weiter. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron warf der Türkei vor, dschihadistische Kämpfer aus Syrien über ihr Staatsgebiet nach Nagornyi Karabach reisen zu lassen, um Aserbaidschan zu unterstützen.

          Topmeldungen

          Französische Sicherheitskräfte nach dem Messerangriff vor dem früheren Redaktionsgebäude der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ in Paris

          Regierung in Paris alarmiert : Von Islamisten unterwandert

          Der Islamismus breitet sich in der französischen Gesellschaft immer weiter aus und dominiert mittlerweile ganze Stadtviertel. Die Regierung in Paris will ihn mit schärferen Gesetzen zurückdrängen.
          Ein Schlauchboot, mit dem Migranten über den Ärmelkanal nach Großbritannien übergesetzt sind.

          London will abschrecken : Fähren für Asylbewerber?

          Immer mehr Migranten erreichen Großbritannien über den Ärmelkanal. Die Regierung will die Migration jetzt eindämmen. Auch die Einrichtung von Asylzentren auf Papua Neuguinea soll dafür im Gespräch gewesen sein.
          Spuren der Verwüstung: Ein Mann steht in einem zerstörten Mehrfamilienhaus in Tartar, Aserbaidschan.

          Rohstoffförderer Aserbaidschan : Der Krieg einer Öl-Macht

          Aserbaidschan liefert wichtige Rohstoffe nach Europa. Ein militärischer Konflikt mit Armenien könnte die Handelsbeziehungen nun gefährden. Die Türkei will das verhindern – aus eigenem Interesse.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.