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Saudisches Militär : Bedingt abwehrbereit

Ein Bundeswehr-Patriot-Luftabwehrsystem im türkischen Kahramanmaras im Februar 2013 Bild: Reuters

Saudi-Arabien hat trotz Hochrüstung die Angriffe auf seine Ölindustrie nicht verhindern können. Dagegen würde auch deutsche Waffentechnik kaum etwas ausrichten. Die Diskussion über ein Waffenembargo weckt nur Befürchtungen bei Verbündeten.

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          Saudi-Arabien hat in den vergangenen Jahren für Hunderte Milliarden Dollar Waffen gekauft, vor allem in den Vereinigten Staaten. Und doch waren ihre Luftabwehrsysteme nicht in der Lage, die Flugkörper, die vermutlich im Südirak oder in Iran gestartet wurden und strategische Ziele trafen, abzufangen, jedenfalls nicht alle.

          Der Schaden für die saudische Ölindustrie ist immens, der Schaden für die Weltwirtschaft beträchtlich. Ob ausgerechnet deutsche (Defensiv-)Waffen die Verteidigungsfähigkeit Saudi-Arabiens sehr verbessern würden, ist mindestens zweifelhaft angesichts des Umfangs der saudischen Waffenimporte.

          Allerdings wird die Diskussion in Berlin über deutsche Waffenexporte prompt mit einer Rigorosität geführt, als hänge davon ab, ob es Krieg am Golf gebe. Eher werden Partner wie Frankreich und Großbritannien in neue Zweifel gestürzt, ob und wie weit sie mit Deutschland militärisch kooperieren können.

          Übrigens: Präsident Trump scheint keine militärische Eskalation zu wollen, Riad keine direkte Konfrontation mit dem Rivalen zu suchen. Ist Iran auf dem Weg zur Hegemonie am Golf?

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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