https://www.faz.net/-gpf-9iir3

Syrien : Abfuhr für Bolton

Amerika wird erst mal nicht aus Syrien abziehen. Über die Abfuhr, die sich Trumps Sicherheitsberater bei Erdogan geholt hat, freut sich vor allem Moskau.

          1 Min.

          Den angekündigten Abzug der amerikanischen Soldaten aus Syrien wird es vorerst doch nicht geben. Einem solchen stehen die Bedingungen entgegen, die der Nationale Sicherheitsberater des amerikanischen Präsidenten, Bolton, an Ankara stellt: türkische Garantien für die syrischen Kurden. Die zu geben, ist die Türkei aber nicht bereit.

          Denn sie will in Nordsyrien eine Sicherheitszone errichten sowie die 16 amerikanischen Basen einschließlich der schweren Waffen übernehmen. Und so prallen die Interessen Ankaras und Washingtons aufeinander – was den syrischen Knoten noch unentwirrbarer macht und eine weitere Runde des Kriegs in Syrien einläutet.

          Washingtons militärische Präsenz ist für die Machtbalance in Syrien wichtig, um Iran in Schach zu halten und den Kurden den Rücken für den Kampf gegen den IS zu stärken. Ankara hingegen will militärisch in das Vakuum stoßen, das ein Abzug hinterlassen würde. Lachender Dritter ist Moskau. Kaum hatte sich Bolton in Ankara eine Abfuhr eingeholt, kündigte der Kreml eine Reise des türkischen Präsidenten nach Moskau an.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

          Weitere Themen

          „Es ist kein Krieg, aber ein Kampf" Video-Seite öffnen

          Fischerei-Streit : „Es ist kein Krieg, aber ein Kampf"

          Das sagte die zuständige französische Ministerin im Streit um die Vergabe von Fischereilizenzen zwischen der EU und Großbritannien. Am Donnerstag hatte Paris einen britischen Kutter beschlagnahmt.

          Topmeldungen

          Gedenken an die 2018 ermordete Holocaust-Überlebende Mireille Knoll in Paris vor deren Wohnung in Paris

          Mord an Mireille Knoll : „Weil sie eine Jüdin war“

          Der Mord an der Holocaust-Überlebenden Mireille Knoll hat Frankreich tief erschüttert. Seit Donnerstag muss sich der mutmaßliche Haupttäter, ein junger Mann algerischer Herkunft, dafür vor Gericht verantworten.
          Der britische Fischkutter „Cornelis Gert Jan“ im Hafen von Le Havre. Französische Behörden haben ihn wegen Fehlens einer gültigen Lizenz festgesetzt.

          Britischer Kutter festgesetzt : „Es ist kein Krieg, aber ein Kampf“

          Frankreich hat einen britischen Fischkutter in Le Havre festgesetzt, weil er keine gültige Lizenz hatte. London verstehe nur die Sprache der Härte. Die britische Seite kündigt Vergeltungsmaßnahmen an.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.