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Kolumbien und Venezuela : Annäherung zwischen entzweiten Bruderstaaten

Gemeinsame Freude: Venezolaner und Kolumbianer feiern den Wahlsieg Petros bei der Präsidentenwahl in Kolumbien Bild: dpa

Kaum hat Kolumbien politisch „die Farbe gewechselt“, kommt Bewegung ins zuvor so belastete Verhältnis zum Nachbarn Venezuela. Wie weit kann die Annäherung gehen? Begeistert sind ohnehin nicht alle über die neue Freundschaft.

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          Die Ernennung von Botschaftern ist di­plomatische Routine, gerade wenn es sich um Nachbarländer handelt. Doch im Fall von Kolumbien und Venezuela gilt der Akt schon fast als historisch. Nur wenige Tage nach der Vereidigung von Gustavo Petro, dem ersten linken Präsidenten Kolumbiens, gab sein venezolanischer Amtskollege Nicolás Maduro bekannt, wieder einen Botschafter nach Kolumbien zu entsenden. Entsandt werde der frühere Außenminister Félix Plasencia, „ein Mann mit großer diplomatischer Erfahrung“, nach Bogotá, sagte Maduro. Petro zog postwendend nach und ernannte den früheren Senator Ar­mando Benedetti. Beide Regierungen streben zudem die Wiederöffnung der über 2200 Kilometer langen Grenze und des Handels zwischen den beiden Ländern an.

          Tjerk Brühwiller
          Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          Die beiden Nachbarländer waren immer eng miteinander verbunden. Anfang des 19. Jahrhunderts waren sie beide Teil von Großkolumbien, welches das heutige Kolumbien, Venezuela, Ecuador, Panama sowie Teile von Peru und Guyana umfasste. Doch in den vergangenen zwanzig Jahren drifteten die beiden Bruderstaaten immer weiter auseinander. Drei Jahre nach Hugo Chávez in Venezuela kam in Kolumbien der rechte Hardliner Álvaro Uribe an die Macht, der zum Angriff gegen die linken Guerillagruppen in Kolumbien überging, mit denen Chávez sympathisierte.

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