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Kolumbien : Blutige Proteste und ein Rücktritt

Demonstranten am 3. Mai in Bogotá Bild: Getty

Andauernde Proteste gegen eine mittlerweile zurückgezogene Steuerreform haben in Kolumbien bereits zahlreiche Tote gefordert. Nun ist der Finanzminister zurückgetreten – und Präsident Iván Duque steht unter Druck.

          3 Min.

          Kolumbien ist seit Tagen in Aufruhr. Trotz der weiterhin sehr angespannten Corona-Lage kommt es täglich in mehreren Städten des Landes zu Protesten gegen eine umstrittene Steuerreform mit Tausenden von Teilnehmern. Die Kundgebungen enden meist in Zusammenstößen zwischen gewaltbereiten Demonstranten und Sicherheitskräften, begleitet von Vandalismus und Plünderungen. Besonders in den Städten Cali und Medellín kam es in den vergangenen Tagen zu heftigen Ausschreitungen.

          Tjerk Brühwiller
          (tjb.), Politik

          Die Bilanz ist erschütternd. Mehr als 20 Menschen sind seit dem vergangenen Mittwoch umgekommen, darunter ein Polizist, der erstochen wurde. Hunderte Personen wurden verletzt, zahlreiche durch Schussverletzungen. Menschenrechtsorganisationen werfen den Sicherheitskräften ein überhartes Vorgehen vor und fordern eine Aufklärung der Todesfälle. Es laufen bereits mehrere Untersuchungen, wie die Staatsanwaltschaft bestätigte. Seit dem Wochenende stehen in mehreren Städten des Landes Soldaten der Armee im Einsatz, um die Polizeikräfte zu unterstützen. Die Maßnahme hat weitere Kritik an der Regierung ausgelöst.

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