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Kolumbien : Farc-Anführer Marulanda angeblich tot

  • Aktualisiert am

Farc-Anführer Marulanda soll bereits im März verstorben sein Bild: AP

Der Anführer der linksgerichteten kolumbianischen Farc-Rebellen Manuel Marulanda ist nach Angaben des kolumbianischen Verteidigungsministers Santos schon seit März tot. Kolumbiens Präsident Uribe kündigte an, die Rebellen wollten nun Geiseln freilassen.

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          Der Anführer der kolumbianischen Farc-Rebellen Manuel Marulanda ist nach Regierungsinformationen seit Ende März tot. Das erklärte der kolumbianische Verteidigungsminister Juan Manuel Santos in einem am Samstag veröffentlichten Gespräch mit dem Magazin „Semana“. Der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe gab bekannt, dass die Farc nun dazu bereit seien, die vor sechs Jahren entführte Politikerin Ingrid Betancourt und andere Geiseln freizulassen.

          Die Angaben über Marulandas Tod stützten sich auf einen bislang immer zuverlässigen Informanten der Regierung, sagte Santos. Marulanda soll demnach am 26. März gestorben sein. Grund waren angeblich die Folgen eines Herzinfarkts. Santos betonte jedoch, an diesem Tag habe es drei Militärschläge gegen Rebellenlager im Dschungel gegeben.

          Seit 40 Jahren an der Spitze der Farc

          Der etwa 80 Jahre alte Marulanda, mit bürgerlichem Namen Pedro Antonio Marin, führte die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) seit 40 Jahren. Zuletzt gab es wiederholt Berichte, wonach er schwer krank sein sollte. Die Regierung in Bogotá hat seinen Tod allerdings schon häufiger gemeldet. Bislang tauchte wenige Monate später immer wieder ein Lebenszeichen auf.

          Die Farc mussten in diesem Jahr bereits empfindliche Verluste durch Militär- und Polizeieinsätze hinnehmen. Sie bekämpfen die Zentralregierung und sind in Drogengeschäfte und Entführungen verwickelt. In den Vereinigten Staaten und in der Europäischen Union stehen die Farc auf der Liste terroristischer Organisationen.

          Die Farc haben mehrere hundert Menschen als Geiseln genommen. Die bekannteste unter ihnen ist die frühere Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt. Die Franko-Kolumbianerin ist seit 2002 in ihrer Gewalt und soll schwer krank sein. Nach Angaben von Präsident Uribe haben sich mehrere Anführer der Farc zur Freilassung Betancourts und anderer Geiseln bereiterklärt. Die Regierung in Bogotá habe „Anrufe“ von Anführern erhalten, in denen sie erklärten, sie wollten die Geiseln freilassen und sich ergeben, teilte Uribe am Samstag mit.

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