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Kokainhandel in Kolumbien : Washington schickt Soldaten zum Kampf gegen Drogen

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Trotz Finanzhilfen und Aufklärung konnte der Koka-Anbau in Kolumbien bislang nicht eingedämmt werden. Bild: dpa

Ein Großteil des kolumbianischen Kokains wird in die Vereinigten Staaten geschmuggelt, wo sich die Anzahl an Drogentoten durch das weiße Pulver zuletzt verdreifacht hat. Nun hilft das Militär im Drogenkampf.

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          50 Soldaten der Vereinigten Staaten sollen im Juni zur Unterstützung im Kampf gegen den Kokainhandel nach Kolumbien entsandt werden. Die Einheit des „US Southern Command“ werde vier Monate bleiben, um das Militär des Landes in „Verfahren und Taktiken zur Verbesserung des Kampfes gegen den Drogenhandel“ zu beraten, sagte Armeechef Luis Fernando Navarro in einem Video am Donnerstag.

          Demnach würden die Soldaten vor allem in vier kolumbianischen Regionen operieren. Dabei handelt es sich nach einem Bericht der Zeitung „El Tiempo“ um die mit dem meisten Koka-Anbau. Jahrzehnte des Kriegs gegen die Drogen, Milliarden von Dollar an Finanzhilfen und ein Friedensvertrag mit der Guerilla-Organisation Farc, die sich vor allem mit Drogenhandel und Schutzgeldern finanzierte, haben den großflächigen Anbau von Koka in Kolumbien nicht stoppen können. Aus Koka wird Kokain hergestellt.

          Daten Washingtons zufolge wurde in dem südamerikanischen Land im vergangenen Jahr auf einer Fläche von 2120 Quadratkilometern Koka angebaut, gegenüber 2080 Quadratkilometern im Jahr 2018. Ein großer Teil des Kokains wird in die Vereinigten Staaten geschmuggelt, wo sich die Zahl der Drogentoten durch Kokain - von 1,4 auf 4,5 Todesfälle pro 100 000 Menschen - zwischen 2012 und 2018 mehr als verdreifacht hat, so das amerikanische Gesundheitsministerium.

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