https://www.faz.net/-gpf-ad8nr

Annäherung unter Raisi? : Wo Iran und die arabischen Golfstaaten sich einig sind

Historischer Besuch: Israels Außenminister Jair Lapid trifft am 29. Juni in Abu Dhabi ein. Bild: EPA

Könnte das Verhältnis der arabischen Golfstaaten zu Iran unter Ebrahim Raisi besser werden als zuletzt? Beide Seiten haben Interesse an Entspannung in der Region – aber andere Akteure könnten das verhindern.

          4 Min.

          Als sich Ebrahim Raisi kurz nach seiner Wahl zum iranischen Präsidenten in der Öffentlichkeit äußerte, streckte er der arabischen Nachbarschaft die Hand aus – und zog zugleich eine dicke rote Line. Zum einen machte er deutlich: Das Arsenal ballistischer Raketen und die Schattenarmee von arabischen Stellvertretern, die von den Revolutionswächtern gelenkt wird, sind nicht verhandelbar. Dennoch sieht Raisi „keine Hindernisse“, die Beziehungen zu Rivalen wie Saudi-Arabien zu verbessern und „Botschaften wiederzueröffnen“.

          Christoph Ehrhardt
          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.

          Die Adressaten zeigten sich skeptisch. Man werde sehen, wie sich die „Realität am Boden“ darstelle, sagte der saudische Außenminister Prinz Faisal Bin Farhan Al Saud. Zumindest scheint es die Führung des Königreiches oder die Machthaber in den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht besonders zu beunruhigen, dass jetzt auch der iranische Präsident aus dem Lager der Hardliner kommt. Man dürfte eher erleichtert darüber sein. Politiker wie der geschmeidige und schlagfertige Außenminister Dschawad Zarif, die im Westen besser vermittelbar sind, waren Riad und Abu Dhabi zuwider. Jetzt entsprechen die Äußerungen der Regierung eher der Linie derer, die wirklich das Sagen haben: Revolutionsführer Ali Chamenei und die Revolutionswächter.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Wie sensibel darf es sein? Der Philosoph Richard David Precht während der phil.Cologne im September 2021

          Precht und Flaßpöhler : Sie nennen es Freiheit

          Die haltlosen Behauptungen der Impfskeptiker dringen immer weiter in die bürgerliche Mitte vor. Für die neue pandemische Situation ist das fatal.
          Ein Mann demonstriert gegen die Impfpflicht vor dem Florida State Capitol in Tallahassee.

          Weg aus der Pandemie : Warum wir eine Impfpflicht brauchen

          Wie kommt man nur darauf, dass jeder selbst entscheiden kann, ob das Virus echt ist? Über die seltsame Realitätsverweigerung der Impfgegner. Ein Gastbeitrag