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Staatsbesuch in Nordirland : König Charles sucht die Versöhnung

Charles und Camilla am Dienstag in Belfast Bild: AFP

Ein ehemaliger Vertreter der Terrororganisation IRA kondoliert dem König in Belfast. Am rabiaten Vorgehen der Polizei gegen republikanisch gesinnte Demonstranten gibt es jedoch Kritik.

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          Noch vor dem Staatsbegräbnis am Montag will König Charles die drei „Nationen“ an den Rändern des Königreichs besucht haben. Unproblematisch ist keine dieser Reisen. In Schottland schlugen dem neuen König Anfang der Woche zwar viele Sympathien entgegen, selbst im von Nationalisten dominierten Parlament. Aber es gab auch hässliche Szenen. Vor und während der Prozession in Edinburgh hat die Polizei drei Demonstranten auf zum Teil rabiate Weise festgenommen, weil sie in die Trauerstille hinein republikanische Parolen riefen. Am Abend zuvor war eine Frau abgeführt worden, die vor der Kathedrale, in der die Queen aufgebahrt werden sollte, „Fuck Imperialismus, schafft die Monarchie ab!“ gerufen hatte. Bürgerrechtsorganisationen äußerten sich empört über das Vorgehen der Polizei.

          Jochen Buchsteiner
          Politischer Korrespondent in London.

          Während die schottischen Nationalisten einen eigenen Staat haben, aber ihren König behalten wollen, und die Unabhängigkeitsbestrebungen in Wales noch in den Anfängen stecken, strebt die stärkste Partei Nordirlands, Sinn Fein, die Wiedervereinigung mit der Irischen Republik in näherer Zukunft an. Als Charles und Camilla am Dienstag in Hillsborough Castle eintrafen, dem Familiensitz im Belfaster Süden, war davon zunächst nichts zu spüren. Begeisterte Schaulustige begrüßten das Königspaar. Zum Empfang waren dann Vertreter aller Parteien eingeladen. Offiziell kondoliert wurde dem König aber von Alex Maskey, der das (suspendierte) Parlament in Nordirland vertritt und vor 20 Jahren als erster Belfaster Bürgermeister von der Sinn Fein Geschichte schrieb.

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