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Kampf um Kobane : Syrische Regierung: Wir unterstützen die Kurden

  • -Aktualisiert am

Kurden blicken auf das umkämpfte Kobane von türkischem Territorium aus Bild: AFP

Die syrische Regierung in Damaskus behauptet, den Kurden in Kobane in ihrem Kampf gegen die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ militärisch beizustehen. Die Bewohner der Enklave seien Syrer und würden mit Munition und Waffen ausgestattet.

          Die syrische Regierung in Damaskus behauptet, den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Kobane in ihrem Kampf gegen die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ militärisch beizustehen. „Der Staat mitsamt seiner Streitkräfte und seinen Flugzeugen hat die Stadt militärisch und logistisch unterstützt und sie mit Munition und Waffen ausgestattet“, sagte Informationsminister Omran al Zohbi am Mittwoch.

          Da Kobane auf syrischem Territorium liege und ihre Bewohner Syrer seien, hätte die Regierung in Damaskus sie seit Beginn des Konflikts unterstützt. Sie werde auch weiter „auf den höchsten Ebenen Militärhilfe an Kobane liefern“, sagt Zohbi.

          Der syrische Informationsminister Omran al Zohbi (Archivbild)

          Obwohl das Regime Baschar al Assads nicht zu der von Amerika geführten Antiterrorallianz gegen den „Islamischen Staat“ gehört, verbinden die Diktatur in Damaskus und das amerikanisch-arabische Militärbündnis strategische und militärische Interessen; zu offener Konfrontation zwischen Regierungseinheiten und kurdischen Verbänden kam es seit dem Rückzug von Assads Truppen aus den kurdischen Gebieten im Norden des Landes Mitte 2012 kaum.

          Insbesondere den Fall Kobanes in die Hände der sunnitischen Extremisten dürfte Assad zu verhindern versuchen, weil das der Türkei die Möglichkeit geben könnte, eine Schutzzone auf syrischem Territorium einzurichten. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan strebt den Sturz Assads an. Zugleich will Ankara die Schaffung einer kurdischen Autonomiezone in Syrien verhindern, weshalb es anders als Assad eine stärkere Bewaffnung der Verteidiger Kobanes behindert.

          Auch die Entsendung von irakisch-kurdischen Peschmerga Einheiten verzögert sich wegen der türkischen Hinhaltetaktik weiter. Lediglich die YPG und die syrisch-kurdische Frauenguerilla YPJ leisteten gemeinsam mit einigen Einheiten der Freien Syrischen Armee (FSA) bislang Widerstand gegen die Dschihadisten, sagte der Vorsitzende des Kantons Kobane, Enver Muslim. Die Stadtteile Kaniya Kurda und Botan seien weiterhin unter der Kontrolle des IS. Zudem griffen die Dschihadisten die übrigen Viertel der Stadt weiter mit Raketen an. Das irakisch-kurdische Parlament wollte am Mittwoch einen Beschluss über eine mögliche Entsendung von Peschmerga-Kämpfern treffen.

          Die kurdisch-irakische Nachrichtenseite Rudaw hatte unter Berufung auf eine ungenannte Quelle gemeldet, die Türkei erfülle mit der Zusage, irakisch-kurdischen Kämpfern freies Geleit über ihr Territorium zu gewähren, eine Bitte des Präsidenten der Autonomieregion im Nordirak, Massud Barzani. Sein Plan sei mit den Volksschutzeinheiten (YPG) abgesprochen. Ein konkreter Zeitplan besteht jedoch noch nicht.

          Barzanis Stabschef Fuad Hussein spricht nach Angaben von Rudaw bisher nur von einem Einsatz einer „kleinen Gruppe Peschmerga“, die innerhalb der nächsten Tage in Kobane eintreffe. Diese Gruppe werde mit schweren Waffen die Verteidiger von Kobane unterstützen. Die Waffen würden jedoch ausschließlich in Händen der Peschmerga bleiben und „von ihnen auch wieder mitgenommen werden“.

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