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Klitschko trifft Janukowitsch : 18 Tote bei Straßenschlachten in Kiew

  • Aktualisiert am

Demonstranten zünden Reifen an Bild: AP

Der Machtkampf in der Ukraine ist nach Wochen angespannter Ruhe blutig eskaliert. Es gab 18 Tote, darunter sieben Polizisten. Oppositionsführer Klitschko ist zu Gesprächen mit Präsident Janukowitsch zu dessen Amtssitz gefahren.

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          Nach Wochen angespannter Ruhe sind die Massenproteste in der Ukraine in schwere Gewalt mit 18 Toten umgeschlagen. Darunter seien sieben Polizisten, teilte das Innenministerium in Kiew am Dienstagabend mit. Die meisten Opfer starben durch Schusswunden, wie Vertreter von Behörden und Opposition erklärten. Hunderte Menschen erlitten Verletzungen.

          Damit handelt es sich um den blutigsten Tag in der Geschichte des Landes: Seit Beginn der Unabhängigkeit der ehemaligen Sowjetrepublik vor mehr als 20 Jahren sind noch nie so viele Menschen durch Gewalt an einem Tag ums Leben gekommen.

          Gefecht um den Maidan

          Sicherheitskräfte und Regierungsgegner lieferten sich am Dienstagabend am Kiewer Unabhängigkeitsplatz (Maidan) Straßenschlachten, nachdem die Polizei gegen die Barrikaden vorgerückt war. Die Demonstranten legten Feuerteppiche, um ein Vorrücken der Polizei zu verhindern. Auf Fernsehbildern ist zu sehen, dass die Zelte der Demonstranten in Flammen stehen. Aus Lautsprechern schallten patriotische Lieder über den Platz. Auf vorher gezeigten Fernsehbildern war zu sehen, wie Demonstranten Steine auf Polizisten warfen, die ihrerseits Schlagstöcke einsetzten. Demonstranten versuchten, die Sicherheitskräfte mit starken Laserpointern zu blenden. Feuerwerkskörper trafen Wasserwerfer.

          Die Zelte der Demonstranten stehen in Flammen Bilderstrecke
          Die Zelte der Demonstranten stehen in Flammen :

          Die renommierte ukrainische Ärztin Olga Bogomolez sprach in der Nacht von mehr als 1000 verletzten Demonstranten. Bei Auseinandersetzungen waren zuvor im Tagesverlauf mindestens sieben Zivilisten sowie sechs Polizisten getötet worden.

          Der Oppositionspolitiker Vitali Klitschko fuhr am späten Abend zum Amtssitz von Präsident Viktor Janukowitsch. Das teilte Klitschkos Sprecherin am Dienstagabend mit. Auch der frühere Außenminister und Regierungsgegner Arseni Jazenjuk wurde nach Medienberichten zu dem Treffen erwartet.

          Rede des Präsidenten angekündigt

          Präsident Viktor Janukowitsch will sich angesichts der Gewalteskalation nach Aussage einer Vertrauten an das Volk wenden. „Der Präsident arbeitet an seiner Rede“, sagte die Parlamentarierin Anna German am Dienstagabend. Es blieb unklar, wann die Ansprache gehalten werden soll.

          In abweichenden Berichten war am Abend noch von 13 Toten die Rede. Weit mehr als 100 Verletzte wurden in Kliniken behandelt. Die Opposition rief die Bevölkerung zu Blutspenden auf.

          Auslöser der Gewalt war offenbar ein Angriff auf eine Polizeisperre am Vormittag gewesen. Als Täter wurden entweder radikale Oppositionelle oder aber Provokateure auf Seiten der Staatsmacht genannt.

          Das Innenministerium hatte kurz vor Beginn des abendlichen Einsatzes die noch zu Tausenden versammelten Regierungsgegner zum Verlassen des Platzes aufgefordert. Es folge eine „Anti-Terror-Operation“, hieß es. Die Oppositionsführung rief Frauen und Kinder in ihren Reihen auf, den Platz zu verlassen. Bereits im Tagesverlauf war es zu schweren Straßenschlachten gekommen. Etwa 300 Polizisten wurden nach Behördenangaben verletzt. Zudem war von mehr als 200 verletzten Regierungsgegnern die Rede.

          Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) rief die ukrainischen Behörden dazu auf, für ein Ende des blutigen Konflikts zu sorgen. „Es hat Gewalt und Gegengewalt gegeben im Laufe des Tages. Aber es obliegt den Sicherheitskräften, jetzt dafür zu sorgen, dass eine Deeskalation stattfindet und dass die Gewaltanwendung nicht noch ausgeweitet wird“, sagte Steinmeier nach Angaben seines Ministeriums. Die US-Regierung zeigte sich entsetzt und forderten Präsident Viktor Janukowitsch auf, den Konflikt umgehend zu entschärfen.

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