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Klimadebatte in Australien : Brandbeschleuniger

Im Katastrophengebiet: Der australische Premierminister besichtigt Ruinen. Bild: AP

Die verheerenden Brände in Australien intensivieren die Klimadiskussion im Land. Politik und Wirtschaft sträuben sich aber noch gegen die Vorstellung des Klimawandels. So lassen ernsthafte Konsequenzen weiter auf sich warten.

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          Warnungen hatte es längst gegeben. Schon 2008 hatte die damalige australische Regierung ein Gremium damit beauftragt, die Folgen des Klimawandels auf Australien zu untersuchen. In seinem Bericht kam der frühere Diplomat und Professor Ross Garnaut zu der Einschätzung, dass die Buschfeuersaison in Zukunft länger dauern und intensiver werden werde. „Dieser Effekt verstärkt sich mit der Zeit, aber er sollte spätestens im Jahr 2020 direkt zu beobachten sein“, hieß es in seiner erstaunlich genauen Prognose. Im April vorigen Jahres hatten einige frühere Feuerwehrleute versucht, die Regierung vor möglicherweise verheerenden Buschfeuern zu warnen. Premierminister Scott Morrison hatte sich aber nicht zu einem Treffen bereit erklärt.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Der Regierungschef wollte bis vor kurzem auch nicht zugeben, dass es eine Verbindung zwischen den Buschbränden und dem Klimawandel geben könnte. In seiner konservativen Regierungskoalition aus Liberal Party und National Party steht er damit nicht allein. Vizeregierungschef Michael McCormack bezeichnete diejenigen, die eine Verbindung zwischen Klimawandel und den Buschfeuern herstellen, als „wild gewordene innerstädtische Wahnsinnige“. Der ehemalige Premier Tony Abbott sagte in einem Interview mit einem Radiosender, die Welt befinde sich im Griff eines „Klima-Kults“.

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