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Weltweiter Klimastreik : „Ich möchte mit meinen Enkeln noch snowboarden“

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Obwohl es Klimaaktivisten in Japan schwer haben, haben sich auch in Tokio am Freitag Demonstranten der globalen „Fridays for Future“-Bewegung angeschlossen. Bild: dpa

Warum es Klimaschützer in Japan schwer haben, wer in Tel Aviv auf die Straße geht und warum die chinesische Greta Thunberg wenig Aufmerksamkeit bekommt: F.A.Z.-Mitarbeiter und -Korrespondenten berichten über den internationalen Klimastreik.

          12 Min.

          Vereinigte Staaten

          Millionen Schülerinnen und Schüler wollen am Freitag auch in den Vereinigten Staaten auf die Straße gehen. „Wir müssen den Klimawandel als das betrachten, was er ist, als eine Notsituation”, sagte die 18 Jahre alte Audrey Maurine Xin Lin, die in Boston zu den Organisatorinnen des Massenprotests gehört. Politiker müssten handeln, als stehe die Welt in Flammen, forderten die Aktivisten bei einem Pressegespräch im Vorfeld des Streiks. Bislang werde nicht genug getan, um den weltweiten Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren. Der Schulstreik solle die Politiker unter Druck setzen. „Es wird ein sehr wichtiger und beeindruckender Tag werden, wir stehen heute am Beginn einer neuen weltweiten Bewegung. Das hier ist für uns nur der Anfang“, sagte die 19 Jahre alte Katie Eder, die die Organisation „Future Coalition“ leitet. In den Vereinigten Staaten führen Schülerinnen und Schüler aus High Schools und auch einigen Middle Schools die Proteste an.

          Nicht nur junge Menschen beteiligen sich, es werden auch viele erwachsene Streikende erwartet. Mehrere Unternehmen haben zudem angekündigt, für den Tag zu schließen, damit ihre Angestellten am Klimaschutz-Protest teilnehmen können. Dazu gehören zum Beispiel der Speiseeis-Hersteller Ben & Jerry's, der Outdoor-Ausstatter Patagonia und der Wasserautomaten-Hersteller SodaStream. Auch Greta Thunberg, die 16-jährige Klimaschutz-Aktivistin aus Schweden, wird am Freitag beim Schulstreik in New York sprechen. Bei den Vereinten Nationen bildet der Protest den Auftakt für einen Woche des Klimaschutz-Aktivismus. Am Wochenende findet hier der Jugendgipfel zum Klimawandel statt, am Montag beginnt der Climate Action Summit der UN. Am 27. September wollen die Schülerinnen und Schüler dann wieder streiken.

          Bislang sind an diesem Freitag Proteste in 800 Orten in Amerika geplant, es könnten aber viele spontane „Walk Outs“ dazukommen, wo die Behörden sie nicht genehmigt haben. Die Schulbehörde von Miami-Dade County in Florida etwa weigerte sich bislang, die Schüler, die teilnehmen wollen, zu entschuldigen. Die Gegend bereitet sich auf einen immer weiter steigenden Meeresspiegel vor. In der Stadt New York können die 1,1 Millionen Schülerinnen und Schüler auch offiziell am Marsch teilnehmen, solange die Eltern zustimmen, erklärte die Schulbehörde. Bürgermeister Bill de Blasio, der heute seine Bewerbung um die demokratische Präsidentschaftskandidatur zurückzog, twitterte: „New York City steht hinter unseren jungen Menschen. Sie sind unser Gewissen.“

          Für große Enttäuschung sorgte allerdings die Entscheidung der Schulaufsicht, Angestellten die Teilnahme zu verweigern. Lehrer hatten an vielen Schulen geplant, die Ausmärsche aus den Schulen wie Ausflüge zu leiten. Das verstoße gegen das Gebot eines „politisch neutralen Lernumfeldes“, so die Stadt. Nun fürchten Kritiker, dass besonders Kinder aus armen Familien mangels Transportmöglichkeit gar nicht dabei sein können, weil ihre Eltern es sich nicht leisten können, nicht zur Arbeit zu gehen.

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